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13 in 12 in 17 – Unser Weltreise-Jahr

Einmal um die Welt reisen. Ein Jahr lang aussteigen, machen, wovon wir schon lange geträumt haben, jeden Tag so verbringen, wie wir es wollen und dabei fremde Kulturen, exotisches Essen und ganz viele neue Menschen kennenlernen. Diesen Wunsch haben wir uns in 2017 erfüllt. In zwölf Monaten haben wir 13 Länder besucht. Eine Weltreise gemacht. Wirklich realisiert haben wir diesen wahr gewordenen  Traum noch nicht. Nichtsdestotrotz kommt hier der Versuch einer kurzen Zusammenfassung anhand der Stempel in unseren Pässen:

Weltreise Land 1: Australien (35 Tage)

Als wir nach einem unheimlich schweren Abschied in Frankfurt in den Flieger steigen, sind wir gar nicht so aufgeregt und außer uns, wie ich mir diesen Moment ausgemalt hatte. Und so waren auch die ersten Tage in Sydney: mit fünf wunderbaren Freunden aus der Heimat haben wir ein übermüdetes und wunderschönes Silvester verbracht. Dann hieß es noch einmal Abschied nehmen, aber dass dieser Abschied nun in Sydney stattfand, hat das ganze nicht gerade realer gemacht. Wie ein ziemlich spannender Urlaub fühlten sich die Tage in Sydney dann an. Wir durften bei wundervollen Couchsurfing Gastgebern übernachten. Sind jeden Tag mit der Fähre an den beiden bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei gefahren. Und haben uns ziemlich oft ermahnt, alle unsere Ausgaben fein säuberlich aufzuschreiben, damit wir unser Weltreise-Jahr nicht wegen Geldnot vorzeitig beenden müssen.

Auch auf unserem Roadtrip an der Westküste Australiens wurde die Vorstellung, dass wir jetzt Weltreisende sind, nicht realer. Ziemlich komisch kamen wir uns vor, als wir zum ersten Mal mit Freunden geskypt haben, denen wir sonst NACH unserer Reise von unseren Erlebnissen berichten können. So richtig warm geworden sind wir nicht mit Australien. Dafür wurde einmal zu oft in unseren Campervan eingebrochen. Und auch einmal zu oft Wäsche von unserer Campingplatzleine geklaut. Aber als wir dann kurz vor Ende unserer Reise mit neuen Freunden am strahlend weißen Strand von Lucky Bay saßen, war die Welt eigentlich schon ziemlich schwer in Ordnung. Aber natürlich hielt Australien noch einen Downer für uns bereit, als wir zwei Tage im Outback fest saßen und auf die Reparatur unseres Vans warten mussten, um dann kurz vor Abflug in Perth anzukommen.

Weltreise Land 2: Neuseeland (36 Tage)

Was uns in Australien an der ein oder anderen Stelle gefehlt hat, erlebten wir in Neuseeland dann im Übermaß: Abwechslung. Fünf Wochen sind wir mit Zelt und Kleinstwagen über beide Inseln getourt. Schon in Christchurch, an unserem ersten übermüdeten Tag im Land, war klar: Das ist Liebe auf den ersten Blick. Und so kamen wir zwischen all dem Staunen, der unglaublich schönen Natur und den traumhaften Campingplätzen gar nicht dazu, daran zu denken, dass wir das gerade im Rahmen unserer Weltreise erleben dürfen. Als wir am Nationalfeiertag unsere Lucky-Bay-Crew vor unglaublicher Kulisse wieder in die Arme schließen konnten. Als wir bei strahlendem Sonnenschein zum Mount Cook gewandert sind. Als wir bei Minusgraden aus unserem gefrorenen Zelt gekrabbelt sind, um eine Stunde später bei azurblauem Himmel durch den Milford Sound zu cruisen. Als wir neben Alpakas gezeltet haben. Als wir in Dunedin endlich wieder „ordentliches“ Brot kaufen konnten. Das waren alles nur Momente aus unseren ersten beiden Wochen in diesem verrückten Land, die uns immer noch im Gedächtnis sind, als wäre es gestern gewesen.

Wie soll man eine kurze Zusammenfassung zu fünf Wochen schreiben, in denen sich fast jeder einzelne Tag in unsere Gedächtnisse eingebrannt hat? So wirklich geht das nicht, merke ich gerade. Kannst du dir vorstellen, wie es sich anfühlt,  eine einsame und wild-romantische Küstenstraße entlang zu fahren, für drei Tage durch Regenwald entlang einer türkisblauen Küste zu wandern, zwischen Vulkanen zu trekken, deinen zehnten Jahrestag mit einem Hobbit-Dinner zu feiern und zwischen Kiwi-Bäumen Pizza zu essen? Dann weißt du zu einem Bruchteil, wie wunderschön unser Roadtrip war. Leider geht aber auch die schönste Zeit einmal zu Ende (unser Budget hat sich außerdem nicht so gefreut, über Neuseeland) und so sind wir an einem ziemlich verregneten 8. März 2017 in Auckland in den Flieger gestiegen, um ihn am gleichen Tag, drei Stunden früher, wieder zu verlassen

Weltreise Land 3: Argentinien (14 Tage)

Einmal über die Datumsgrenze und den Südpazifik sind wir in Buenos Aires gelandet. Zum ersten Mal in Südamerika. Auf diesem gefährlichen Kontinent, wo man ausgeraubt, verprügelt und umgebracht wird. Wirklich? Natürlich nicht. Nach der durch unsere absurden Vorurteile verursachten anfänglichen Aufregung haben wir uns ziemlich schnell ziemlich wohl gefühlt in der Metropole. Neun Tage haben wir uns von unseren beiden Roadtrip-Monaten erholt. Und nebenbei eine unserer Lieblingsstädte in Südamerika erkundet. Und natürlich Steak gegessen. Weil man auf einer Weltreise ja nicht jedes Land bereisen kann (auch wenn manch einer das denkt), haben wir in Argentinien tatsächlich nur zwei Ziele angesteuert: Buenos Aires und Patagonien. Und beide haben uns dann langsam aber sicher das Gefühl gegeben: Wir sind jetzt tatsächlich auf Weltreise. Nachdem unsere Wanderherzen in El Chaltén dreifach höher geschlagen haben, konnten sich unsere Augen am Perito Mereno Gletscher gar nicht satt sehen.

Weltreise Land 4: Chile (35 Tage)

Wie wir uns Weltreise vorgestellt haben: Die Zeit und Flexibilität haben, Grenzen über Land zu queren und nicht überall in den Flieger zu steigen. Zum ersten Mal haben wir das Prozedere an der Grenze zu Chile erlebt. Die ziemlich unaufregende Prozedur haben wir in ganz Südamerika durchgezogen. In Chile sind wir übrigens mit zwei ziemlichen Highlights gestartet: den besten Empanadas des Kontinents und unserem W-Trek im Parque Nacional Torres del Paine. Um dem, was wir uns ziemlich klischeehaft unter Weltreise vorgestellt haben, noch etwas näher zu kommen, sind wir anschließend zum ersten Mal im Leben getrampt (hat uns immerhin eine mehrstündige Busfahrt und 20 Euro erspart). Da die Fährfahrt durch Patagoniens Fjorde unser Budget gesprengt hätte, haben wir uns mit der Sicht aus dem Flieger begnügt und unsere Chile-Reise in Puerto Montt fortgesetzt.

Ab diesem Zeitpunkt war dann auch tatsächlich Weltreise-Feeling für uns angesagt. Keine festen Pläne, nur ein paar Ideen, und auch irgendwie die Sehnsucht nach ein bisschen Ruhe und Entspannung nach all dem Wandern. Da hat uns das Wetter keine zwei Tage später in die Karten gespielt und so haben wir fast 10 Tage in Puerto Montt und Pucón verbracht, die neben ein paar kläglichen Ausflugsversuchen ganz viel Regen, Kartenspiele und keine einzige Vulkanaussicht bereit hielten.

Aber das nächste Highlight war natürlich nicht fern: In Santiago de Chile kam uns nach über drei Monaten meine Schwester besuchen. Keine Worte der Welt können beschreiben, wie wir uns gefühlt haben, nach so langer Zeit endlich wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen. Gemeinsam haben wir die bunte Hafenstadt Valparaíso, La Serena und das Pisco-lastige Valle del Elqui besucht. Nach einer weiteren Nachtbusfahrt ging es für uns dann mit Auto und Zelt auf einen Roadtrip durch die Atacama-Wüste.

Weltreise Land 5: Bolivien (41 Tage)

Und als wir dachten, besser kann es nicht mehr werden, sind wir drei Tage durch die Salar de Uyuni getourt – und mussten uns direkt danach von meiner Schwester verabschieden. Dafür kamen wir in einem Land an, von dem wir nichts erwartet hatten und das uns so viel geboten hat. Nachdem wir uns in Potosí so langsam an die ein oder andere Eigenheit des Landes (Armut, günstige Preise, schlechte bis keine Infrastruktur für Touristen) gewöhnt hatten, lebten wir in Sucre zumindest kurz noch einmal in unserer Ausländer-Blase. Fotos haben wir von der wunderschönen Stadt leider keine, wir waren leider etwas mehr mit den Ergebnissen unserer Feierei beschäftigt.

Mit einem eigentlich ziemlich angenehmen Flug in einem Mini-Flugzeug verließen wir die Anden erst einmal und erkundeten Santa Cruz (ziemlich langweilig, aber doch unsere meistbesuchte Stadt in Bolivien), bevor wir in Samaipata Entspannung suchten und Abenteuer fanden. So langsam hatte Bolivien uns dann auch in seinen Bann gezogen, sodass wir uns weiter und weiter in Richtung Osten vorwagten. In der Chiquitania sind wir mit dem langsamsten Zug aller Zeiten gefahren und mussten nach fünf Tagen dann doch einsehen, dass Pläne in Bolivien das lächerlichste sind, was man machen kann.

Auch wenn wir uns kurz drüber freuten, dort gewesen zu sein, wo kaum ein Tourist in Bolivien landet, war es ganz eindeutig Zeit für uns, in die Anden zurückzukehren. Ein weiterer (ziemlich wackeliger) Nachtbus brachte uns daher nach Cochabamba, von wo aus wir den Torotoro-Nationalpark erkundeten. Definitiv eines unserer Highlights in Bolivien. Nach der Rückfahrt waren wir uns in unserer Vierer-Gruppe allerdings alle einig, dass es so langsam aber sicher Zeit wird, das Land mit dem gefährlichsten Verkehr unserer Reise zu verlassen. Also verbrachten wir ein paar skurrile Tage in La Paz (Stichwort: Cholita-Wrestling), bevor im Titicacasee die Grenze überquerten.

Weltreise Land 6: Peru (44 Tage)

So richtig warm geworden sind wir mit Peru am Anfang nicht. Auf der bolivianischen Seite waren wir noch verzaubert vom magischen Titicacasee. In Puno auf der peruanischen Seite stieß uns die Künstlichkeit, die mittlerweile ausschließlich für Touristen existiert, ziemlich bitter auf. Das war leider auch nicht das einzige, das uns in Peru bitter aufstieß: In Arequipa und dem beeindruckenden Colca Canyon waren wir vor allem mit Kranksein beschäftigt. Aber uns erwartete ja noch das Highlight einer jeden Peru Reise: Cusco, das heilige Tal und – Machu Picchu. So ziemlich jeden einzelnen Tag fühlten wir uns dort zwar abgezockt. Als wir dann aber in Machu Picchu standen und die beeindruckenden Inka-Ruinen überblickten, stockte uns kurz der Atem und alle Ärgernisse der letzten Wochen waren vergessen.

Nach ganzen zwei Nachtbusfahrten hintereinander, hatten wir Lima übersprungen, waren dafür aber im Wander-Mekka schlechthin: Huaraz. Auch dort blieben wir krankheitstechnisch nicht verschont. Dafür merkten wir aber, was es bedeutet, Freunde unterwegs zu finden. Und so brachen wir nicht nur den Santa-Cruz-Trek ab, sondern auch zum zehntätigen Huayhuash-Trek auf. Nach so vielen unbeschreiblich schönen Bergeindrücken, aber auch ganz viel Kälte, wurde es Zeit für ein bisschen Strand. Und so verbrachten wir unsere letzten Tage in Peru im überraschend schönen Mancora. Mit leckerster Ceviche im Magen fühlten wir uns dann auch bereit für eine 34 Stunden Busfahrt einmal quer durch Ecuador zu unserem nächsten Weltreiseziel.

Weltreise Land 7: Kolumbien (47 Tage)

Kolumbien. Wenn wir dieses Wort hören, bekommen wir beide Herzchen in den Augen. So ganz genau begründen können wir dieses Gefühl tatsächlich nicht, aber das grüne Land im Norden Südamerikas hat definitiv einen großen Platz in unseren Herzen. In Cali erfuhren wir, was die Worte „kolumbianischer Salsa“ tatsächlich bedeuten. Und zwischen all diesen Tanzgöttern (in jedem beliebigen Nachtclub), stolperten auch wir unsere ersten Salsa-Schritte. Da sich die Tage zwischen den Nächten in Cali aber ziemlich hinzogen, ging es für uns in die Zona Cafetera. In Salento wanderten wir zwischen Wax Palmen und lernten so ziemlich alles, was man über Kaffeebohnen lernen kann.

Nach zwei weiteren Stopps in der Region verbrachten wir schließlich die nächsten elf Tage in und um Medellin. Die Stadt des ewigen Frühlings hielt uns mit ihrem unheimlich positiven Lebensgefühl, der Fería de las Flores, gutem Essen, leckerem Bier, extrem guten Kaffee und Besuchen bei neuen kolumbianischen Freunden einfach nicht mehr los. Vor gerade einmal zehn Jahren, galt Medellin noch als gefährlichste Stadt der Welt. Täglich starben in den Kriegen zwischen Drogenkartellen und Paramilitärs Menschen. Und heute? Existieren in der Stadt unzählige Projekte, die die soziale Schere zwischen den Menschen an den steilen Berghängen und den reichen Bewohnern des Talbodens zumindest ein wenig schließen soll. Und dass Kolumbianer so viel mehr als die Vergangenheit und eine fiktive Netflix-Serie sind.

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns schließlich von Medellin und verbachten einen Tag in Bogotá, bevor wir uns auf die unendliche Strandsuche in der Karibik begaben. Das Ergebnis in Sapzurro konnte sich so sehr sehen lassen, dass wir auch dort nach elf Tagen nicht wirklich aufbrechen wollten. Aber Flugbuchung ist Flugbuchung und so verbrachten wir einen letzten wunderschönen Tag in Cartagena, bevor wir nach 47 Tagen Kolumbien und nach sechs Monaten Südamerika verließen.

Der Kontinent hat einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen. Gerade Bolivien war das erste Land, in dem ich mich so richtig fremd gefühlt habe beim Reisen – im positiven Sinne. In den sechs Monaten dort haben wir uns nach den doch sehr vorgeplanten Wochen in Australien und Neuseeland so richtig auf Weltreise gefühlt. In fast jedem einzelnen Hostel haben wir tolle Reisende und dazwischen auch Menschen, die zu echten Freunden geworden sind, kennengelernt. Wir haben eine neue Sprache gelernt, neue Rezepte und dass eine Pizza manchmal trotzdem sein muss. Ein ganzes halbes Jahr haben wir auf dem bunten Kontinent verbracht, nur um dabei festzustellen: Wir haben gerade erst einen Bruchteil gesehen. Und dass wir zurückkehren, steht natürlich außer Frage.

Weltreise Land 8: USA (8 Tage)

Während eines kurzen Zwischenstopps in Miami verschifften wir unser komplettes Camping-Equipment und all die dicken Sachen nach Deutschland und ersetzen kaputte Schuhe und Badehosen durch neue. Eine schlaflose Nacht später landeten wir schließlich in der Stadt, die niemals schläft. Eine Woche New York bescherte uns die mit Abstand teuerste Unterkunft der Reise (merke: niemals während US Open und Labour Day in die Stadt), Film- und Serienkulissen ohne Unterlass, endlich wieder guten Kaffee an jeder Ecke, einen wunderschönen Sonnenuntergang über der Skyline Manhattans und die Erkenntnis, dass Dreistigkeit wahrscheinlich in New York erfunden wurde (wo sonst beschwert sich ein unfreundlicher Kellner penetrant über zu wenig Trinkgeld?). Noch zwei Nächte verbrachten wir bei einem der besten Couchsurfer, den wir auf der Reise kennengelernt haben, dann stiegen wir auch schon wieder in den Flieger. Nach einem einstündigen Aufenthalt im Transitbereich des Frankfurter Flughafens hoben wir schließlich ab in Richtung Asien.

Weltreise Land 9: Singapur (3 Tage)

So richtig warm geworden sind wir mit Singapur ehrlich gesagt nicht. Zu krass war unser Jetlag, zu knapp unser Budget, zu wenig Natur haben wir dort besucht und zu künstlich war uns der Rest der Stadt. Aber am Ende war das für unsere drei Tage in der Stadt auch egal – denn wir trafen endlich meine Schwester wieder, die auch gerade auf einem dreitägigen Stop Over in der Stadt war. Die Zeit verging dadurch auch eindeutig zu schnell, aber auch unseren nächsten Stopp sollten wir ja nicht allein bereisen.

Weltreise Land 10: Vietnam (26 Tage)

Keine zwei Stunden nach unserer Ankunft in Hanoi konnten nämlich Johanns Schwester in die Arme schließen. So viel Weltreise-Besuch brachte uns auch durch einen etwas schwierigen Start in Hanoi. Nachdem wir uns an Klima und Verkehr gewöhnt hatten, waren wir auch bereit, das Land von Nord nach Süd zu bereisen. Auf Cat Ba erlebten wir eine beeindruckende Cruise durch die weltberühmte Halong Bucht und unseren ersten Taifun. Danach fuhren wir Fahrrad und Motorroller durch die Reisfelder und zu den Tempeln um Ninh Binh und sahen uns einen der schönsten Sonnenuntergänge in vier Wochen Vietnam an.

Nach unserer ersten Nachtzugfahrt in Südostasien und weiteren 30 Kilometern auf Motorrollern erkundeten wir den Phong Nha Ke Bang Nationalpark mit seinen riesigen Höhlen und beeindruckenden Aussichten. In der Kaiserstadt Hue besuchten wir die verbotene Stadt und fuhren schließlich über den Wolkenpass nach Südvietnam. Hoi An begrüßte uns trotz aller Touristen mit einer wunderschönen Altstadt, extrem leckerem Streetfood, entspannten Stränden und dem ein oder anderen Shopping-Ausflug in die ansässigen Schneidereien. Aber mit einem 28 Tage Visum und dem gebuchten Rückflug von Johanns Schwester im Nacken, ging die Reise schweren Herzens weiter. Und so sammelten wir immer mehr Kandidaten für den besten Vietnamese Iced Coffee, das absurdeste Gespräch, das fragwürdigste Moped und die beste Mahlzeit unserer knapp vier Wochen im Land. In Dalat probierten wir beste vietnamesische Kaffeebohnen und erkundeten schließlich das Mekong-Delta, bevor wir auch schon wieder Abschied nehmen mussten.

Weltreise Land 11: Thailand (10 Tage)

Nach mehr als neun Monaten Weltreise liefen unsere Reisewünsche zum ersten Mal auseinander. Und so erkundete Johann eine Woche lang Kambodscha, während ich mein Thailand-Vorturteil über den Haufen war. In Bangkok verbrachte ich zehn wunderbar entspannte Tage. Mit Thai-Massagen, Pad Thai und neuen und alten Weltreise-Bekanntschaften. Und tatsächlich genoss ich nach Vietnam die Übersichtlichkeit und die westlichen Annehmlichkeiten der Metropole sehr. So hat es Bangkok geschafft, dass uns Thailand in den nächsten Jahren ganz sicher noch einmal für eine längere Reise wiedersehen wird.

Weltreise Land 12: Indien (57 Tage)

Als letzten großen Weltreise-Stopp hatten wir uns ein Land überlegt, das schon furchtbar lang auf meiner Reiseliste stand, bei Johann aber erst im vorletzten Jahr aufgerückt ist. Indien war der perfekte Abschluss unserer langen Reise. Auch nach einem Jahr auf Reisen war das Land in jeder einzelnen Sekunde anders als alles, was wir bisher erlebt hatten. Nirgendwo wurden wir mit einem so breiten Lächeln begrüßt. Nirgendwo war die Armut unerträglicher. Nirgendwo haben wir besser gegessen. Nirgendwo haben wir absurdere Situationen erlebt. Nirgendwo sind wir komfortabler gereist als mit indischen Nachtzügen. Nirgendwo haben wir so viel Plastikmüll auf einem Haufen und aufs ganze Land verteilt gesehen. Nirgendwo war die Schere zwischen Arm und Reich so breit und so offensichtlich.

Nachdem wir mit Kalkutta einen ziemlich entspannten Start ausgesucht hatten, reisten wir direkt nach Varanasi. Die im Hinduismus heilige Stadt zog uns sofort in ihren Bann. An keinem anderen Ort dieser Reise und auch in Indien selbst haben wir eine solche Spiritualität erlebt. Die Stadt bebte von Gesängen, die Luft war geschwängert von Räucherstäbchen und dem Rauch der verbrannten Leichen. Spätestens, als wir den Sonnenaufgang an unserem zweiten Tag in Varanasi vom heiligen Ganges aus erlebten, hatte uns Indien ganz für sich gefangen genommen.

Und so legten wir ein für uns ziemlich schnelles Reisetempo vor und besuchten die Erotiktempel in Khajuraho, den atemberaubenden Taj Mahal, das smogverseuchte Delhi, das fast so sehr wie Varanasi vor Spiritualität bebende Amritsar und schließlich: Rajasthan. Der Bundesstaat im Nordwesten des Subkontinents ist besser und intensiver als jedes Indien-Klischee. Wir besuchten Forts über Forts, bestaunten die unzähligen Markt-Szenen und entwickelten eine ernsthafte Granatapfel-Sucht.

Mit zwei der längsten Zugfahrten unserer Reise gelangten wir nach Mumbai und schließlich nach Kerala. Dort kosteten wir die Vorzüge eines Homestays am Strand ganze elf Tage aus. Unsere Tage bestanden aus vielen Kokosnüssen, Badegängen, Lesen und der Fassungslosigkeit, dass unser Rückflug nach Deutschland gebucht war. Bevor es jedoch soweit war, erkundeten wir noch die Steilklippen von Varkala und die Backwaters bei Kollum. In Kochi füllten wir dann die kleinsten Ritzen unserer Rucksäcke mit Geschenken und Mitbringseln und stiegen in den Flieger.

Weltreise Land 13: Oman (2 Tage)

Der brachte uns aber nicht auf direktem Weg nach Hause, sondern zurück in ein Land, das unsere Lust auf fremde Kulturen und atemberaubende Landschaften erst geschürt hatte: in den Oman. Unser grandioser Couchsurfing-Host aus 2015 nahm uns noch einmal in sein Zuhause auf und zeigte uns, was arabische Gastfreundschaft bedeutet. Wir besuchten den Souq und die Sultan Qaboos Moschee, beobachteten unzählige Sternschnuppen nur einen Steinwurf von der Stadt entfernt und tranken altbekannten Chai Karak. Mit dem ziemlich sicheren Entschluss im Herzen, die vielen unverwundeten Ecken dieses Landes eines Tages zu bereisen, stiegen wir mitten in der Nacht ins Flugzeug und landeten schließlich an einem dunklen und extrem kalten Morgen in Frankfurt.

Ist unsere Weltreise jetzt vorbei?

Aber all die Dunkelheit und Kälte war uns irgendwie egal. Endlich konnten wir unsere Familien und Freunde in die Arme schließen und nach einem Jahr alle gesund wiedersehen. Tatsächlich war nämlich in der ganzen Zeit der Reise unsere Angst, dass uns etwas passieren könnte viel kleiner als die Angst, unsere Lieben zu Hause nicht vollständig wiederzutreffen. Die Wiedersehensfreude war aber tatsächlich nur von kurzer Dauer. Diesen Artikel schreibe ich aus dem winterlichen Budapest und in wenigen Tagen bringt uns der Flieger zurück in die Wärme: zuerst nach Abu Dhabi und schließlich nach Südafrika. Geplant war das nicht von Anfang an, aber unser Budget ist noch nicht erschöpft, der Winter einfach zu kalt und unsere Reiselust auch nach einem Jahr ungebremst.

2017 war für uns ein Jahr wie kein anderes. Wir haben unglaubliches erlebt, neue Freundschaften geknüpft, andere Kulturen erlebt und auch immer wieder die Vorzüge unserer Heimat zu schätzen gelernt. Und so stoßen wir um Mitternacht auf uns an, darauf, dass wir unsere Träume verwirklicht haben und darauf, dass wir diese auch im nächsten Jahr verwirklichen werden. Und am Ende des Jahres hoffentlich wieder auf ein grandioses Jahr anstoßen können.

Sapzurro – Entspannung in der Darién Gap

Hast du schon mal was von der Darién-Gap gehört? Nein? Die Panamericana kennst du aber bestimmt. Eine einzige Straße, die von Alaska bis nach Feuerland über den gesamten amerikanischen Kontinent führt. Durchfahren kannst du die Strecke aber trotzdem nicht. Im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien fehlen rund 100 Kilometer Strecke. Stattdessen gibt es undurchdringlichen Dschungel, indigene Völker, Paramilitärs und Drogenschmuggel. Das Auswärtige Amt rät dringend davon ab, sich in der Region aufzuhalten. Wir haben es trotzdem gewagt.

Sapzurro – Wo ist der Karibikstrand?

Sind wir auf einmal verrückt geworden? Ist uns das Reisen zu Kopf gestiegen? Haben wir unseren gesunden Menschenverstand verloren? Natürlich nicht. Abenteuerlustig sind wir ja, aber lebensmüde? Sicher nicht. Trotzdem hat der Hinweis im Reiseführer auf das Örtchen „Sapzurro“ definitiv unsere Neugier geweckt. Wie wir am Ende dort tatsächlich gelandet sind, ist aber eine etwas längere Geschichte.

Nach fast sechs Monaten in Südamerika war unsere ursprünglich angedachte Weltreiseroute natürlich völlig dahin. Am Ende haben wir doppelt so viel Zeit auf dem bunten Kontinent verbracht, wie in unserer Budgetplanung gedacht. Genau das war natürlich auch einer der Gründe, warum es uns auf Weltreise gezogen hat. Keine Pläne, keine Verpflichtungen, keine Termine sondern nur auf unser Herz hören. Also stand schon bei unserer Einreise nach Kolumbien für uns mehr oder weniger fest, dass wir Kuba und die Britischen Jungferninseln auslassen würden. Aber so ganz ohne Karibikstrände wollten wir unsere sechs Wander- und Kältemonate dann doch nicht zu Ende bringen.

Sapzurro – Die lange Suche nach dem perfekten Strand

Also begann für uns nach mehr als drei Wochen Inland-Kolumbien die Suche nach dem besten kolumbianischen Karibikstrand. Besonders eine Region ist uns dabei immer wieder zu Ohren gekommen: Der Tayrona Nationalpark. Damit stand dann auch unser erstes Ziel fest und wir haben uns für 16 Stunden in den Bus von Bogotá nach Santa Marta gesetzt. Was uns dort erwartete? Amerikanisierung, Partytouristen und schlechtes Wetter. Irgendwie nicht so ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Auch wenn uns das viele ungläubige Blicke eingebracht hat, haben wir den berühmten Nationalpark mit den angeblich schönsten Stränden des Landes ausgelassen. Neben dem schönsten Strand suchten wir nämlich vor allem eins: Ruhe und Entspannung (wir Rentner…).

So saßen wir wieder einmal einen ganzen Tag im Bus. Wohin der uns diesmal brachte? Nach Tolú, irgendwo westlich von Cartagena. Der kleine Ort hatte definitiv eines zu bieten: Ruhe. So hatten wir uns das vorgestellt: Wir wurden mit dem Fahrradtaxi vom Busterminal abgeholt, hatten ein Zimmer mit privater Hängematte und waren im besten Restaurant des Ortes die einzigen Gäste. Am nächsten Tag stand dann natürlich Stranderkundung auf dem Plan. Da mussten wir dann leider erkennen, dass wir wahrscheinlich immer noch nicht am Ziel angekommen waren. Dreckige Strände, Bauruinen und – natürlich – schlechtes Wetter stürzten uns mal wieder in eine kleine Strandkrise. Also weiter Richtung Westen. Der Reiseführer hatte nämlich ganz am Ende des Karibikkapitels noch auf einer kleinen Seite zwei Orte erwähnt, die unsere Neugier weckten: Capurganá und Sapzurro. Die Anreise sollte ein wenig beschwerlicher sein, versprach außerhalb der kolumbianischen Ferienzeit aber auch etwas mehr Einsamkeit.

Sapzurro – Ankunft im Karibik-Klischee

Nach einem weiteren Tag im Bus und einer kurzen Nacht standen wir im nächsten Morgengrauen am „Hafen“ von Necoclí. Der Bestand lediglich aus einem kurzen und ziemlich wackelig aussehenden Steg ins raue Meer und einer kleinen Hütte davor. Beim Anblick der Boote wurde uns dann auch schnell klar, warum man einen großen Plastiksack für all sein Gepäck kaufen sollte. Keine halbe Stunde später hatten die Drogenhunde unser Gepäck kontrolliert, waren alle Gepäckstücke verstaut und jeder Passagier mit einer Rettungsweste ausgestattet und wir brausten durch den Golf von Urabá. Irgendwann tauchte am Horizont ein grüner Streifen auf und wurde größer und größer. Das Festland war wieder in Sichtweite und nach 1,5 Stunden wilder Schifffahrt bogen wir in den Hafen von Capurganá ein. Mit einem Blick über die Reling in das kristallklare Wasser, auf den entspannten karibischen Hafen mit – natürlich- Raggae-Musik und das undurchdringliche grüne Hinterland war uns klar: Das hier kommt unserer absurden Vorstellung doch ziemlich nah.

Ganz an unserem Ziel angekommen waren wir aber noch nicht, sodass wir uns noch einmal für 15 Minuten in ein Langboot setzten und in die nächste Bucht in das noch kleinere Örtchen Sapzurro fuhren. Schon beim ersten Blick in das perfekt geformte Meeresbecken mit den bunten Booten und kleinen Häusern vor einer atemberaubenden Urwaldkulisse wussten wir, dass wir unser Ziel erreicht hatten. Und so setzten wir die ersten Schritte auf einer wackeligen Holzbrücke mitten ins Paradies.

Sapzurro – Paradiesstrände an jeder Ecke

Auch wenn die Anreise in den kleinen Ort nicht gerade unbeschwerlich ist und es sicherlich größere und noch türkisere Strände gibt, werden die kleinen Gassen zur Ferienzeit von Kolumbianern übervölkert. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir gleich an unseren ersten beiden Tagen erhalten, als ein Feiertag das Wochenende verlängerte und jedes Bett und jeder Quadratzentimeter Strand voll waren. Von der langen Strandsuche gestresst hat uns das aber erst einmal gar nichts ausgemacht und wir haben lediglich die Hängematten unserer Unterkunft zwischen ganz viel Grün mit Ausblick aufs Meer genossen, geschlafen, gelesen, die Seele baumeln lassen und zumindest ansatzweise damit begonnen, die vielen Eindrücke aus sechs Monaten in Südamerika zu verarbeiten.

Und zwei Tage später hatten wir dann all die wunderschönen Strände (fast) für uns allein. Von den insgesamt ca. zehn Touristen im Ort kannten wir mittlerweile jeden einzelnen. Wie soll man das auch vermeiden, wenn im ganzen Ort nur eine einzige „Bar“ (bzw. ein Minimarkt am Hafen mit Plastikstühlen davor) geöffnet hat. Unsere persönliche Eisversorgung zwischen 06.00 Uhr und 23.00 Uhr war durch Chíla mit gefrorener Kokosnussmilch ohne jegliche Zusatzstoffe (außer vielleicht ein wenig Kaffee) sichergestellt. Wir wussten, wo es das beste Essen gab, wo die schönsten Schnorchelgründe warteten, wo wir den leckersten Cocoloco bestellen konnten und wann üblicherweise ein Gewitter über den Ort zog (jeden zweiten Abend). So ging ein entspannter Tag in den anderen über und nach einer Woche fühlten wir uns fast schon ein wenig heimisch.

Sapzurro – Und dann noch schnell nach Panama

Ein Highlight zwischen all der Entspannung haben wir dir aber noch verschwiegen: nur wenige hundert Meter Luftlinie von Sapzurro entfernt findest du den schönsten Strand der ganzen Region: La Miel. Bedeutet übersetzt übrigens Honig und genau diese goldene Farbe hat der von Palmen und türkisfarbenem Meer umgebene Sandstrand. Um an den Traumstrand zu gelangen, musst du dich in der feuchten Karibikhitze ein paar Meter den grünen Hügel hinaufquälen und – nach Panama einreisen. Der Strand liegt nämlich tatsächlich nicht mehr auf kolumbianischem, sondern auf panamaischem Staatsgebiet. Aber keine Sorge, du brauchst weder Visum noch Geld, sondern lediglich deinen Reisepass um deine Daten von den Grenzsoldaten mit dem wahrscheinlich besten Ausblick der Welt in eine Liste eintragen zu lassen. Auf der anderen Seite des Hügels erwartet dich dann Karibikidylle pur: ein wunderschöner Strand, kaum Menschen (zumindest, wenn du wie wir in der Nebensaison kommst), kristallklares Wasser, auf dem bunte Langboote dümpeln und viele bunte Holzhäuschen, die für mehr oder weniger passende Raggaebeschallung und dein kulinarisches Wohl sorgen.

Und? Siehst du dieses kleine Paradies gerade vor dir? Dann weißt du ganz bestimmt auch, warum wir uns erst nach elf Tagen schweren Herzens und mit einem fest gebuchten Flug im Nacken ins Boot zurück in die Zivilisation setzen konnten. Die Rückfahrt holte uns dank meterhoher Wellen, seekranker Kolumbianer und einem kaputten Motor dann auch ganz schnell zurück in die Realität.

Sapzurro – Wie gefährlich war es dort?

Von Gefahr und Drogenkriminalität haben wir übrigens so gut wie nichts gespürt. Gerade als Tourist kannst du in Sapzurro wunderbar in einer völlig surrealen Urlaubsblase leben. Unterhältst du dich jedoch mit Einheimischen, stellst du schnell fest, wie es sich außerhalb dieser Blasen lebt. Das Dorf ist bis auf den Bootsverkehr völlig abgeschnitten vom Rest des Landes. Keinen Fuß solltest du außerhalb der beiden Wege nach La Miel und nach Capurganá setzen. Und von nächtlichen Touren aufs Meer zur Planktonbeobachtung wurde uns gänzlich abgeraten. Ob wir den Geschichten von den vorm Ort kreuzenden U-Booten mit Drogenfracht tatsächlich glauben sollten, wissen wir nicht. Am Ende können wir jedoch mit Sicherheit sagen, dass man mitten in einer der gefährlichsten Gegenden Amerikas als Tourist (und nur als Tourist) eine ziemlich gute, sichere und unbehelligte Zeit verbringen kann.

Sapzurro – Anreise

Du hast drei verschiedene Möglichkeiten, um nach Sapzurro zu kommen: Täglich gibt es eine Flugverbindung zwischen Medellín und Acandí, am Flughafen warten Pferdekutschen, die dich zum Hafen bringen und dort steigst du in ein Boot nach Capurganá (oder wenn du Glück hast, direkt nach Sapzurro). Wenn du „über Land“ anreisen möchtest, kannst du entweder von Necoclí oder Turbo das einmal täglich verkehrende Boot nach Capurganá nehmen, die Überfahrt ist sehr rau und dauert ca. 1,5 bzw. 2 Stunden. In Capurganá warten diverse Langboote darauf, dich in ca. 15 Minuten in die nächste Bucht nach Sapzurro zu schippern.

Sapzurro – Die beste Unterkunft

In Sapzurro haben sind wir ohne Reservierung angereist und haben uns fast alle Unterkünfte selbst angeschaut. Und ja, es gibt tatsächlich so einige für die unterschiedlichsten Preisklassen. Unsere absolute Lieblingsunterkunft in Sapzurro war die Hospedaje Zingara. Das Häuschen bietet zwei Zimmer mit Balkon, die beide wunderschön sind. Solltest du die Wahl haben, schnapp dir das obere Zimmer, von dort hast du einen traumhaften Blick über Sapzurro und die blaue Bucht. Das eigentliche Highlight neben den hübschen Zimmern und dem leckeren Frühstück ist definitiv die Besitzerin. Auf unserer ganzen Weltreise haben wir uns in kaum einer Unterkunft so zu Hause gefühlt wie bei ihr.

Huayhuash-Trek: Die vielleicht schönste Wanderung der Welt

Vor unserer Ankunft in Südamerika hatten wir noch nie etwas vom Huayhuash Trek (spricht man übrigens wie „why wash“ aus) gehört. In Patagonien wurden uns das erste Mal mit leuchtenden Augen davon erzählt. Als wir dann Bilder gesehen haben, war es eigentlich schon um uns geschehen. Nach ein paar Wochen in Peru hätten wir zwar nicht gedacht, dass es uns noch auf den Trek verschlägt. Aber mit den richtigen Leuten im Nacken, ging es am 28. Juni 2017 dann tatsächlich los. … hier geht es weiter …

Peru – Oder: Warum auch Weltreise manchmal nervt.

Fast sechs Wochen haben wir in Bolivien verbracht. Das Land hat uns ziemlich überrascht und so haben wir unsere Abreise Tag für Tag aufgeschoben. Irgendwann hatten wir dann aber genug vom waghalsischen Verkehr und machten uns auf den Weg zum Titicacasee, wo wir schließlich in unser sechstes Weltreise-Land einreisten: Peru. Über kaum ein anderes südamerikanisches Land hatten wir vorher mehr gehört. Scheinbar jeder, der dort unterwegs war, kam mit einem Begeisterungssturm zurück. Unsere Vorfreude war groß und damit natürlich auch unsere Erwartungen. Am Ende kam es dann doch ein bisschen anders als gedacht. … hier geht es weiter …

Torotoro-Nationalpark

„Vamos chicos“ ruft der Fahrer unseres Kleinbusses in die Runde, während wir die letzten Happen unseres Mittagessens runterschlucken. Damit wäre die fünfzehnminütige Pause, die uns auf der ungeteerten Straße zwischen Cochabamba und Torotoro gegönnt wurde, vorüber. Zwei weitere Fahrstunden liegen noch vor uns, ungefähr die halbe Strecke. Dann kämpfe ich mich zurück auf meinen Platz im Kofferraum des „Trufis“ (ein kleiner 12-Sitzer-Bus, welcher immer mindestens mit 15 Personen gefüllt wird…). Links von mir, Saskia. Sie zögert keine Sekunde, um mir ihr Missfallen über meine Mittagskombination aus weichgekochtem Ei, Nudeln mit Ei, Pilzen mit Ei und Reis auszudrücken, welche ich soeben am Straßenstand gegessen habe. … hier geht es weiter …

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