travellus

Unser City-Guide Buenos Aires

Nach neun Tagen verlassen wir die argentinische Hauptstadt wieder und wenn wir hier eins festgestellt haben, dann das: Das Internet ist voller City-Guides und Tipps-Artikeln für London, Paris und Barcelona. Aber auf der Suche nach ähnlichen Erfahrungsberichten für Buenos Aires sind wir nur sehr selten fündig geworden. Falls auch du ein paar Tage im „Paris Südamerikas“ verbringen möchtest, bekommst du hier jetzt unseren unseren ganz persönlichen City-Guide Buenos Aires.

City-Guide Buenos Aires: Vom Flughafen in die Stadt

Der internationale Flughafen von Buenos Aires liegt ca. eine Stunde südlich der Stadt. Um in die Innenstadt zu gelangen hast du verschiedene Möglichkeiten: den öffentlichen Bus, einen Shuttle-Bus, Taxis oder Uber.

Der öffentliche Bus ist die bei Weitem günstigste Option, allerdings bist du damit auch locker drei Stunden unterwegs und passierst zum Teil nicht unbedingt die sichersten Gegenden der Stadt.

Das Unternehmen Tienda Léon bietet einen Shuttle vom Flughafen in die Stadt an. Mit dem Bus kommst du bis zum Hauptbahnhof. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, einen Transfer direkt bis vor die Tür zu buchen. Dafür steigst du am Hauptbahnhof aus dem Bus in ein bereits durch das Unternehmen gezahltes Taxi um. Dein Ticket kannst du direkt am Flughafen buchen.

Taxis sind in BA wahrscheinlich das am meisten genutzte Verkehrsmittel. Solltest du mit der sicherlich bequemsten Lösung vom Flughafen zu deiner Unterkunft gelangen wollen, buche ein Radio-Taxi unbedingt am Taxistand im Flughafengebäude. So kannst du mehr oder weniger sicher gehen, dass du den vereinbarten Preis zahlst und in einem Wagen mit Lizenz sitzt.

Seit ein paar Monaten ist Uber auch in Buenos Aires vertreten. Da die App auch hier, wie in zahlreichen anderen Ländern, auf Widerstand aus den Reihen der Taxiunternehmen trifft, sind bisher nur wenige Fahrer aktiv. Wir hatten das Glück, dass ein Fahrer direkt am Flughafen zur Verfügung stand, sodass wir ohne Probleme vom Flughafen bis direkt vor unsere Haustür in Buenos Aires gelangt sind. Durch die App ist der Fahrer gehalten, keine Umwege zu fahren. Außerdem musst du kein Bargeld in die Hand nehmen, bei dem auch schnell mal getrickst werden kann. Für uns definitiv das Transportmittel der Wahl.

City-Guide Buenos Aires: Das beste Viertel für deine Übernachtung

In BA wohnen derzeit ungefähr 14,0 Mio. Menschen. Die meisten verteilen sich jedoch auf die ärmeren Randbezirke, sodass die eigentliche Stadt „nur“ drei Millionen Einwohner hat. Hast du nur wenig Zeit für die argentinische Hauptstadt eingeplant, kann es sich für dich lohnen, eine Unterkunft direkt im Microcentro zu beziehen. Du bist nah an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, musst dafür jedoch in Kauf nehmen, dass die Gegend am Abend und in der Nacht nahezu ausgestorben ist. Außerdem bist du von teuren und auf Touristen ausgelegten Restaurants umgeben, in die ein Porteño selbst wohl kaum einen Fuß setzen würde.

Bei einem kurzen Aufenthalt in BA könnte sich für dich auch San Telmo lohnen. Das Viertel gilt als eines der ältesten der Stadt und das sieht man auch. Die Straßen bestehen aus unebenem Kopfsteinpflaster, die Häuser sind niedrig und fast jedes hat seinen ganz eigenen Charme. In den kleinen Gassen des Viertels findest du viele unabhängige Geschäfte und Boutiquen und Cafés über Cafés. Das Potenzial von San Telmo hat die örtliche Hotel- und Gastronomieindustrie jedoch auch erkannt, sodass die Preise für eine nette Unterkunft und ein Abendessen schnell ein Loch in dein Budget reißen können.

Direkt nördlich an das geschäftige Zentrum Buenos Aires‘ grenzt der Stadtteil Recoletta an. Dort haben zur Blütezeit der argentinischen Wirtschaft die Reichen des Landes gebaut und gewohnt. Auch heute noch sieht man den Gebäuden seine wohlhabenden Bewohner an. Für einen Spaziergang ist der Stadtteil wunderschön, wir konnten uns an den beeindruckenden Stadtvillen kaum satt sehen. Passend dazu haben sich hier jedoch vor allem Hotels der Luxuskategorie niedergelassen. Je nachdem, wie viel du dich deinen Trip nach BA kosten lassen willst, möchtest du dich vielleicht doch nach einem anderen Stadtteil umschauen.

La Boca bildet den historischen Kern der Stadt. Direkt am Hafen haben sich die ersten Bewohner niedergelassen. Auch heute noch findest du hier viele alte Gebäude, kleine Gassen und winzige Streetfood-Stände. Insbesondere nach Sonnenuntergang solltest du jedoch vermeiden, durch die Straßen zu laufen. Da es in Buenos Aires jedoch eine ganze Menge anderer Stadtteile gibt, in denen du problemlos auch Nachts zu Fuß unterwegs sein kannst, haben wir lieber in einem anderen Viertel übernachtet.

Nordöstlich an Recoletta grenzt der größte Stadtteil von Buenos Aires an: Palermo ist schon seit vielen Jahrzehnten eine beliebte Wohngegend der Porteños, selbst Che Guevara hat eine Zeit lang in dem ruhigen Stadtteil verbracht. Aufgrund der Größe findest du in Palermo sowohl historische Gebäude im Kolonialstil, als auch moderne Wohngebäude. Für (fast) jeden Geldbeutel findet sich eine Gegend in dem Stadtteil, der voller Bars, Cafés, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten ist. Dafür musst du jedoch eine längere Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die zentraleren Stadtteile und zu einigen Sehenswürdigkeiten in Kauf nehmen.

Da wir unsere Tage in BA auch ein wenig für den Alltag auf Reisen nutzen wollten, hat sich „Las Cañitas“ in Palermo als perfekte Gegend für uns herausgestellt. Ohne Probleme konnten wir auch bei Dunkelheit durch die Straßen ziehen und die Restaurants der Gegend testen. Übernachtet haben wir übrigens nicht in einem Hotel, sondern in einem kleinen Loft, dass wir über Airbnb gemietet haben. So hatten wir nach vielen Nächten im Zelt mal wieder ein paar Quadratmeter mehr ganz für uns allein.

City-Guide Buenos Aires: Von A nach B innerhalb der Stadt

Wie kommt man in der drittgrößten Stadt Lateinamerikas von einem Ort zum anderen? Taxis scheinen mir hier bei den Locals das beliebteste Fortbewegungsmittel zu sein. Preislich ist das sicherlich auch kein Weltuntergang, zumindest, wenn du nur offizielle Taxis nutzt und dich nicht abziehen lässt. Deutlich günstiger und erlebnisreicher bewegst du dich allerdings mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fort.

In Buenos Aires gibt es eine U-Bahn, bestehend aus sechs verschiedenen Linien, und ziemlich viele Busse. Bezahlen lässt sich deine Fahrt am einfachsten mit der SUBE-Card. Die kleine Plastik-Karte kannst du in Kiosks mit SUBE-Schild, an U-Bahn-Stationen oder Rapipago-Geschäften für ca. 2,40 Euro* erwerben. Dort kannst du auch gleich einen bestimmten Betrag auf die Karte aufladen, um damit deine anstehenden Fahrten kontaktlos zu bezahlen.

Die beste Verbindung zu finden, war für uns insbesondere am Anfang ein bisschen verwirrend. Am Ende war auf Google Maps eigentlich immer Verlass. Und irgendwann wussten wir dann auch so ungefähr, wo wir in den Bus, der meistens vor unserer Haustür gehalten hat, einsteigen müssen. Meistens? Ja, die Haltestellen in BA sind so eine Sache… Die Busse haben keine Anzeigen oder Ansagen, welche Station die Nächste ist. Auch während der Fahrt lohnt sich hier also ein Blick in Google Maps, falls du nicht gerade in einer zwielichtigen Gegend bist. Die Haltestellen entsprechen fast immer dem Straßennamen und den zugehörigen Hausnummern. Wenn du bei der Fahrt die Augen auf hältst, kannst du so auch selbst erkennen, ob es langsam Zeit wird, den Stopp-Knopf zu drücken. Wir haben es allerdings auch schon erlebt, dass an unserer gewünschten Haltestelle nicht gestoppt wurde oder der Bus plötzlich einen kleinen Umweg um unser Ziel gefahren ist. Also immer schön flexibel bleiben.

Wenn du kein Smartphone dabei oder keine Lust hast, ständig nach einem Wifi-Spot zu suchen (die in BA übrigens wirklich zahlreich sind), kannst du in einem der SUBE-Kioske auch ein Heft mit allen Buslinien und Verbindungsmöglichkeiten erwerben. Wir haben damit allerdings keine Erfahrung gesammelt, da wir meistens mit dem Handy oder unserer Erinnerung hingekommen sind.

City-Guide Buenos Aires: Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten

Jeder Mensch bevorzugt ja andere Arten von Sehenswürdigkeiten: Museen, historische Gebäude, religiöse Bauten, Märkte etc… Daher ist es immer noch am besten, du wirfst vor deiner Reise einfach mal einen Blick in einen klassischen Reiseführer. In deiner Unterkunft liegt bestimmt noch ein benutzter herum. Wir beschränken uns hier nur auf unsere Highlights:

Um uns zu Beginn unseres Aufenthaltes erst einmal einen Überblick zu verschaffen, versuchen wir in jeder Stadt an einer „Free Tour“ teilzunehmen. Die Stadtrundgänge werden meist von jungen Locals durchgeführt. Am Ende kannst du die Dienstleistung mit einem individuell von dir festgelegten Trinkgeld honorieren. In BA haben wir uns für die „Buenos Aires Free Walking Tour“ entschieden. Bei den beiden angebotenen Rundgängen erhältst du einen sehr guten Überblick über die wichtigsten geschichtlichen Eckpunkte Argentiniens, die wichtigsten Gebäude in der Innenstadt und Recoletta und viele Einblicke in das Leben in der Stadt.

Das Reserva Ecológica Costanera Sur ist eine grandiose Abwechslung zum Hustle in Buenos Aires. Nachdem in die Uferregionen des Río de la Plata sehr viel Schutt aus abgerissenen Gebäuden entsorgt wurde, bildete sich eine kleine argentinische Pampa direkt vor den Toren der Stadt. Auch wenn nur ein einziger See zwischen dem Reserva und Puerto Madeiro liegt, wirkt der Stadtlärm mit einem Mal wie Kilometer entfernt und zwischen den vielen Bäumen und Gräsern kannst du auch mal wieder richtig durchatmen. Schnapp‘ dir auf der Avenida Costanera Sur ein Choripán (für Vegetarier sieht es dort leider ziemlich dünn aus) und schalte auf einem der Wanderwege durch das Gebiet mal richtig ab. Mit etwas Glück siehst du dort auch Schildkröten, Flamingos, Reiher oder Papageien.

Über San Telmo haben wir ja bereits ein paar Worte verloren. Der Stadtteil hat es uns allerdings auch besonders angetan. Jeden Sonntag findet dort ein großer Straßenmarkt statt, auf dem zwar am Ende irgendwie immer das gleiche zu überhöhten Preisen verkauft wird, die Stimmung zwischen den alten Gebäuden ist trotzdem hervorragend. Solange du also ganz besonders auf deine Taschen aufpasst, steht einem gemütlichen Sonntagsausflug nichts im Wege. Aber auch an allen anderen Tagen der Woche lohnt sich ein Spaziergang auf den krummen Kopfsteinpflasterwegen. Hier kann man sich einfach wunderbar treiben lassen.

Wenn du gern zu spanischer Literatur greifst oder auch einfach mal eine Buchhandlung der etwas anderen Art betreten willst, solltest du unbedingt im El Ataneo Grand Splendid vorbei schauen. Die Bücherregale befinden sich dort nämlich in einem ganz besonderen Gebäude. Das ehemalige Theater und Kino wurde im Jahr 2000 von einer argentinischen Büchereikette erworben und in die beeindruckendste Buchhandlung umgewandelt, die ich je gesehen habe. Auch wenn wir am Ende keinen argentinischen Klassiker mit nach Hause genommen haben, war der Besuch eine wunderbare Abwechslung.

City-Guide Buenos Aires: Was essen die Porteños?

Essen in Argentinien? Da fällt dir doch ganz bestimmt ein bestimmter Klassiker ein: Argentinisches Steak. Uns natürlich auch und daher haben wir es direkt an unserem zweiten Abend in BA probiert – und waren begeistert. Das Steak wir ausschließlich mit ein bisschen Salz gewürzt und ohne Beilagen serviert. Beides ist jedoch tatsächlich mehr als ausreichend. Die Qualität war wirklich beeindruckend und die Menge mehr als ausreichend.

Ein weiterer südamerikanischer Klassiker sind Empanadas. An fast jeder Ecke und in so ziemlich jedem Restaurant bekommst du die gefüllten und gebackenen oder frittierten Teigtaschen für verhältnismäßig wenig Geld. Wir haben eigentlich nie mehr als zwei bis drei Euro* für den Snack bezahlt. Perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch.

Für etwas mehr als den kleinen Hunger findest du in vielen Straßen kleine Parillas, in denen du unseren Lieblings“snack“ erwerben kannst: Beim Choripán erhältst du eine gegrillte und halbierte Chorizo auf einem Baguette und kannst dir das Ganze dann nach Belieben mit eingelegten Zwiebeln und Paprika sowie diversen Saucen belegen. Was wir uns zuerst als kleine Zwischendurch-Mahlzeit gekauft hatten, wurde für rund zwei Euro* unser ausfüllendes Mittagessen, dass ein ausführliches Dinner unnötig machte.

Buenos Aires hat in seiner wirtschaftlichen Blütezeit viele Einwanderer aus Europa und insbesondere aus Italien angezogen. Daher findest du in der Stadt neben argentinischen Klassikern auch hervorragendes Eis. Die Portionen sind riesig und die Auswahl unerschöpflich. Wir waren uns auf jeden Fall einig, dass wir hier das beste Eis unseres Lebens gegessen haben.

City-Guide Buenos Aires: Unsere Ausgaben für neun Tage

Buenos Aires ist – wie ganz Argentinien – kein günstiges Pflaster. Gerade für Lebensmittel haben wir oft ähnliche Preise wie in Deutschland gezahlt. Da die Lohnkosten jedoch deutlich niedriger sind, als in unserer Heimat, bekommst du z.B. Taxifahrten verhältnismäßig günstig. Außerdem liegt dadurch der Preis für ein Essen im Restaurant nicht sehr viel über einem selbst gekochten Mahl. Sparen kannst du dabei auch, wenn du dich nicht auf den Abend für die größte Mahlzeit fixierst. Am Mittag und Nachmittag bieten viele Restaurants ein Menú del día an. Dabei bekommst du für einen Bruchteil des eigentlichen Preises ein bestimmtes Gericht oftmals mit Vor- und Nachspeise serviert.

Am Ende haben uns neun Tage in der argentinischen Hauptstadt mit Airbnb in Palermo, Transport vom und zum Flughafen mit Uber und täglich einem Restaurantbesuch 835 Euro* gekostet, das sind ca. 46 Euro pro Person und Tag. * Argentinien weist seit ein paar Jahren extrem hohe Inflationsraten aus, inoffiziell sollen sie sogar noch höher liegen. Daher sind alle Preisangaben in diesem Beitrag mit Vorsicht zu genießen. Schon nächste Woche kann alles viel teurer sein.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: