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Unsere Highlights in zwei Wochen Süd-Patagonien

Wilde Natur, einsame Straßen und ganz viel Platz zum Wandern – schon vor Beginn unserer Weltreise hatten wir ein paar Ziele auf unserem Plan stehen, die wir unbedingt einbauen wollten. Neben der Herr-der-Ringe-Landschaften in Neuseeland und einer ganz speziellen karibischen Inselgruppe war das ganz besonders der südliche Zipfel Südamerikas. Zwei Wochen sind wir durch das südliche Patagonien gereist und gewandert. Das waren unsere Highlights:

Highlights Patagonien: Pannenstart in El Calafate

Nach ein neun sehr entspannten Tagen in Buenos Aires traten wir unseren letzten in Deutschland vorgebuchten Flug an und setzten am 17. März 2016 in El Calafate, im argentinischen Teil Patagoniens, auf. Leider haben das jedoch nicht alle Beteiligten unserer Reisegruppe erlebt, sodass wir zum ersten Mal als Allerletzte am Gepäckband standen und einsehen mussten, dass unser Rucksack mit Zelt, Schlafsäcken und der restlichen Ausrüstung wohl noch in Buenos Aires nächtigt.

Unsere grobe Planung sah eine Nord-Süd-Route vor, sodass wir trotz fehlendem Rucksack direkt vom Flughafen in El Calafate nach El Chaltén gestartet sind. Die Direktverbindung wird nur von einem einzigen Shuttle-Service angeboten, lohnt sich zeitlich aber definitiv. So waren wir innerhalb von drei Stunden nach unserem Gepäckgespräch an unserem kurzfristig gebuchten Hostel in El Chaltén. Ursprünglich hatten wir zwar Zeltnächte geplant, aber so ganz ohne Zelt war das etwas schwierig.

Highlights Patagonien: El Chaltén und der Los Glaciares Nationalpark Nord

Was aber auch ohne Zelt in El Chaltén sehr gut funktioniert: Wandern. Direkt hinter dem Dorf beginnt der Nationalpark Los Glaciares mit einem wunderbaren Netzwerk aus Wanderwegen. So sind wir am nächsten Morgen bei schönstem Sonnenschein zwei Schritte hinter unserem Hostel über einen Hügel rein in den patagonischen Herbst. Innerhalb von drei Stunden haben wir uns – immer mit Blick auf das grandiose Bergmassiv – zur Laguna Torre durchgeschlagen, einer Gletscherlagune am Fuße dreier Felsgipfel, in der sogar ein paar kleine Eisberge umher trieben.

Zurück in El Chaltén dann die positive Überraschung: Unser Gepäck wurde ohne Probleme abgegeben. Und so entschieden wir uns, dass sechs Stunden Wandern ja irgendwie nicht genug sind und wir die langen patagonischen Tage ausnutzen müssen. Also haben wir fix unser Gepäck auf Wandermaß reduziert, ein leckeren Burger verspeist und uns dann kurz vor sechs auf den zweistündigen Aufstieg zu unserem Campingplatz gemacht. Neben den vielen Wanderwegen bietet der Los Glaciares Nationalpark bei El Chalten auch diverse kostenlose Übernachtungsplätze in der schönsten Natur. So konnten wir unser Zelt an der Laguna Capri aufschlagen, endlich mal wieder eine Nacht in unserem mobilen Zuhause verbringen und am nächsten Morgen pünktlich zum späten Sonnenaufgang aufstehen. Der hatte es wirklich in sich. Neben einem Blick auf das Fitz-Roy-Massiv bietet die Laguna Capri auch noch eine kitschige Spiegelung der Bergkette im ruhigen Wasser. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, färbten sich die Granitblöcke von oben nach unten im schönsten Sonnenaufgangsrot.

Highlights Patagonien: Aufstieg zum Fitz Roy

Nach diesem Start in den Tag haben wir kurz überlegt, ob das jetzt wirklich noch zu toppen ist, oder ob wir nicht einfach zurück ins Dorf laufen sollten. Aber es warteten ja noch einige Kilometer an Wanderwegen auf uns. So machten wir uns auf den langen Weg zur Laguna de los Tres. Nach einigen Kilometern über flaches Gelände mit dem großen Fitz-Roy und einigen Gletschern im Blick, wartete der letzte Kilometer mit 40 % Steigung auf uns. Aber irgendwann hatten wir auch den geschafft und standen am Fuß der Bergikone. Die Anstrengung hatte sich definitiv gelohnt. Hier findest du viele nützliche Informationen, falls dir unsere Bilder Lust auf eine eigene Wanderung in diesem Teil Patagoniens gemacht haben.

Highlights Patagonien: Eis, Eis, Eis im Los Glaciares Nationalpark Süd

Nach einer letzten Nacht im Dorf ging es für uns weiter nach El Calafate. Die argentinische Kleinstadt ist ein wichtiger Transport-Hub in Patagonien und Ausgangsort für den südlichen Teil des Los Glaciares Nationalpark. Der zieht seine Besucher vor allem mit einer Attraktion an: Dem Perito-Moreno-Gletscher. Einer der wenigen Gletscher dieser Erde, der in seiner Länge auch heute noch stabil ist. Von El Calafate aus gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr in den 80 Kilometer entfernten Nationalpark, sodass wir mit einer Bustour morgens um 8:00 Uhr gestartet sind. Einmal angekommen, hatten wir sechs Stunden Zeit, um das riesige Eisfeld aus allen Winkeln zu betrachten. Was sich nach ziemlich viel Zeit für ein bisschen Eis anhört, verging in Wahrheit wie im Flug. Die Bewegungen des Gletschers zu beobachten, war einfach nur faszinierend. Immer wieder sind kleinere oder größere Stückchen Eis mit großem Getöse in die Seen gefallen. Eine Naturgewalt solchen Ausmaßes haben wir beide bisher kaum erlebt. Wenn dir das Beobachten und die vielen verschiedenen Perspektiven auf den Gletscher vom Land aus nicht genug sind, kannst du auch mit einem Boot näher an den Eiskoloss heran fahren. Oder für ziemlich viel Geld deinen Fußabdruck bei einer Gletscherwanderung auf dem Eisfeld hinterlassen.

Highlights Patagonien: Nationalpark Torres del Paine

Schon am nächsten Tag saßen wir im nächsten Bus. Der brachte uns über die Grenze in das vierte Land unserer Weltreise – Chile. Unser Ziel, Puerto Natales war für uns jedoch nur Ausgangsort und Zwischenstation für den nächsten Nationalpark. Falls du ein Bild von Patagonien im Kopf hast, dann stammt es sicherlich aus dem Torres del Paine Nationalpark. So ging es uns auch und deshalb stand für uns schon ziemlich schnell fest, dass wir die klassische W-Wanderung durch den Park machen möchten. Fünf Tage durch abwechslungsreiche patagonische Natur boten uns so viele schöne Ausblicke, dass dazu noch ein eigener Artikel folgt. Bei Jana bekommst du allerdings schon einen ziemlich guten Eindruck von der Wanderung.

Nach unserer Rückkehr nach Puerto Natales war unser Patagonien-Abenteuer schon fast wieder zu Ende. Eigentlich wollten wir gern noch auf die Isla Magdalena zu den Magellan Pinguinen gefahren. Leider haben die 60.000 Frackträger die Insel jedoch ein paar Tage vor unserer Ankunft in Punta Arenas verlassen, sodass uns nur ein letztes patagonisches Lamm-Abendessen blieb, bevor wir nach zwei beeindruckenden Wochen im südlichen Patagonien in den Flieger Richtung Norden stiegen.

Highlights Patagonien: Wir kommen wieder

Patagonien hat uns trotz der vielen schönen Naturziele, die wir davor bereits bereisen konnten, noch einmal völlig vom Hocker gerissen. Die Steppe ist hier einsamer, die Berge wilder, die Seen blauer und die Besiedelung dünner. Dafür ist gerade der südliche Teil Patagoniens allerdings auch sehr teuer. Die Preise sind zum Teil vergleichbar mit Neuseeland und die gebotene Infrastruktur dafür zum Teil deutlich schlechter. Aber daran wir derzeit gearbeitet. Ob gut oder schlecht – in einigen Jahren wird auch hier eine ganz andere Anzahl an Touristen als heute schon einfallen.

Ein paar Worte zur Reisezeit: Wir sind Mitte März nach Patagonien geflogen. Der Herbst bietet allgemein stabileres Wetter, auch wenn man das gerade in Patagonien natürlich nie vorhersagen kann. Auch im vermeintlich stabilen Herbst kannst du alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Die Menschenmassen nehmen langsam ab und an vielen Stellen ist es weniger überlaufen als zur Hauptreisezeit im Dezember, Januar und Februar. So mussten wir unsere Unterkünfte nie vorbuchen und haben immer einen Tag vorher oder taggleich eine nette Übernachtungsmöglichkeit gefunden.

Am besten – aber auch teuersten – lässt sich Patagonien mit dem Mietwagen erkunden. Viele abgelegene Stellen blieben uns in unseren zwei Wochen verborgen, weil wir auf öffentliche Verkehrsmittel und unsere Füße angewiesen waren. Daher steht für uns fest – irgendwann kommen wir wieder, mit viel Geld und einem Wagen.

4 Comments to "Unsere Highlights in zwei Wochen Süd-Patagonien"

  1. Antworten inka 13. April 2017 at 12:39

    Mannmannmann, Ihr habt ja ein fantastisches Wetterglück gehabt! Ich gucke dann immer sehr neidisch. Ein Grund, weshalb ich nicht so sehr viel über Patagonien geschrieben habe, ist, dass ich fast durchgängig sehr nebliges graues Wetter hatte und quasi keine der Bergspitzen gesehen habe. Toll war es natürlich trotzdem und ich würde immer wieder hinfahren.
    Superschön sieht das bei Euch aus.
    Danke für die Erwähnung. 🙂
    LG /inka

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 13. April 2017 at 12:57

      Hallo Inka, es ist wirklich unglaublich, aber dieses wahnsinnige Wetterglück verfolgt uns schon seit drei Monaten. Ich warte ja noch so ein bisschen darauf, das irgendwann die Strafe kommt. 😉 Viele Grüße,
      Saskia

  2. Antworten TravelSportEve 13. April 2017 at 16:18

    Ach wie tragisch. Die Magellan Pinguine waren schon faszinierend, obwohl bei mir auch nicht mehr sooo viele da waren. Aber noch genug, um ihnen ganz nah zu sein. Ich muss aber auch nochmal zurück. Den Fritz Roy würde ich auch gerne bewundern.

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 14. April 2017 at 2:04

      Die Wanderungen rund um El Chaltén sind auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Unsere drei Tage dort waren für mich wirklich das absolute Minimum. Viele Grüße, Saskia

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