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Jeep-Tour Salar de Uyuni: Offroad in die größte Salzwüste der Welt

Südamerika – ein Sehnsuchtsziel vor unserer Weltreise. Wie viele Blogbeiträge habe ich in den Jahren vor unserer Reise zu diesem riesigen Kontinent wohl verschlungen? Ich wusste es nicht mehr. Aus den vielen Beiträgen habe ich aber vor allem ein Bild vor Augen gehabt, als wir unsere „Route“ zum ersten Mal vor Augen hatten: die unendliche weiße Weite der Salar de Uyuni, der größten Salzwüste der Welt.

Nachdem wir mehr als eine Woche in und um San Pedro de Atacama verbracht hatten, stand schon unser nächstes Abenteuer auf dem Plan: Mit einem Jeep durch das bolivianische Hochland in die Salar de Uyuni. Unseren Aufenthalt in der Oasenstadt haben wir nicht nur zur Akklimatisierung genutzt, sondern auch, um uns die zahlreichen Anbieter für die dreitägige Tour genauer anzuschauen. Denn eins hatte ich aus den vielen verschiedenen Blogbeiträgen mitgenommen: Für viele Reisende war die Tour ein absolutes Highlight, eine nicht unbeachtliche Anzahl Reisender hatte im Altiplano aufgrund betrunkender Fahrer und schlecht gewarteter Autos jedoch die übelste Zeit ihres Lebens.

Jeep-Tour Salar de Uyuni: Tag 1

Die Auswahl der besten und sichersten Tour hatte damit bei uns absolute Priorität. Nach langem Hin und Her, vielen Angeboten, zahlreichen Erfahrungsberichten und Empfehlungen aus unserem Hostel haben wir uns für Cordillera Traveller entschieden. Nicht gerade die günstigste Option aber im Nachhinein betrachtet für uns genau die richtige Entscheidung. So wurden wir am 25. April 2017 pünktlich um 08.00 Uhr von einem Kleinbus abgeholt und durften uns vor dem ganzen Abenteuer erst einmal in die Ausreiseschlange an der chilenischen Grenzstation in San Pedro de Atacama einreihen. Nachdem die Prozedur erledigt war, brachte uns der Bus innerhalb von 45 Minuten auf 4.400m Höhe an die bolivianische Grenze. Und als wir dort ankamen, konnte das Abenteuer beginnen.

Als wir aus dem Bus ausstiegen, traf uns der peitschende Wind mit seiner ganzen Eiseskälte mitten ins Gesicht. Gut, dass in einer windschiefen kleinen Backsteinhütte ein Frühstück auf uns wartete und wir unsere durchgefrorenen Hände mit heißem Kaffee wärmen konnten. Wenige Minuten später wurden wir bereits unserem Fahrer für die nächsten Tage vorgestellt: „Diablo“ trug seinen Spitznamen nicht umsonst, wie wir in den nächsten Tagen feststellen sollten und wartete schon ungeduldig darauf, unser Gepäck endlich auf den Jeep zu schnallen. Nachdem wir dann auch endlich die Grenzangelegenheiten auf bolivianischer Seite erledigt hatten, konnte es losgehen: Mit Staub hinter dem Wagen fuhren wir die ersten Kilometer durchs bolivianische Hochland auf Straßen, die eigentlich nur aus Jeep-Spuren bestanden.

Der erste Tag unserer Jeep Tour in die Salar de Uyuni bestand letztendlich aus ziemlich viel Aus- und Einsteigen. Grenzkontrolle, Zoll, Nationalparkeintritt und zwischendrin dann auch die ersten Sehenswürdigkeiten. So richtig genießen konnten wir das nicht und waren dann auch ein bisschen froh, dass wir die Dali-Wüste nur aus dem Wagenfenster betrachten konnten und ein paar Minuten Fahrt hatten, um zu realisieren, dass wir grad in dem Traumbild unserer Südamerika-Reise angekommen waren.

In der surrealen Traumkulisse des bolivianischen Altiplano standen schließlich auch noch heiße Quellen und qualmende Geysire auf dem Plan. Nach einigen ruckeligen Kilometern erreichten wir unsere erste Unterkunft – und waren positiv überrascht. Ziemlich basic aber doch deutlich besser als die vielen anderen Unterkünfte, die wir ringsum und am nächsten Tag sahen. Damit war der erste Tag unserer Jeep-Tour in die Salar de Uyuni allerdings noch nicht beendet. Nach einem leckeren Mittagessen und einer kurzen Pause waren wir zurück auf der Piste und erreichten unser nächstes Ziel: die traumhafte Laguna Colorada. Die rosafarbene Lagune lag zwischen diversen Vulkan- und Bergkegeln und war umgeben von einem sanften Grün. In der Lagune tummelten sich hunderte Flamingos, die ein perfektes Bild abgaben. In einer Stunde, die wir vor Ort hatten, schossen wir wahrscheinlich jedes nur denkbare Flamingo-Bild. Der (ziemlich anstrengende) Spaziergang auf 4.200m Höhe war der perfekte Abschluss für unseren ersten Tag in Bolivien.

Jeep-Tour Salar de Uyuni: Tag 2

Dank unseres Akklimatisierungs-Roadtrips rund um San Pedro de Atacama haben wir auch auf dieser Höhe ohne Probleme geschlafen und von der viel beschworenen Höhenkrankheit nichts mitbekommen. Dank Schlafsack waren auch die Minustemperaturen, trotz unbeheiztem Hotel, kein Problem. So konnten wir am nächsten Morgen frisch gestärkt und ausgeruht in Tag zwei unserer Jeep-Tour in die Salar de Uyuni starten. Nach den vielen Stationen des ersten Tages stellte sich der zweite als das ganze Gegenteil heraus: viel Fahrstrecke und damit Zeit zum Nachdenken und Genießen. Der Blick aus dem Autofenster war weiterhin surreal. Wir fuhren an Bergen in allen Regenbogenfarben vorbei, an tiefen Schluchten, in denen sich zutrauliche Bergviscachas versteckten, und immer wieder Lagunen, in allen erdenklichen Farben.

„Diablo“, unser Fahrer hatte uns mittlerweile gezeigt, womit er seinen Spitznamen verdient hatte: Der kleine Bolivianer konnte fahren wie ein Teufel, immer waren wir als erster Wagen unserer vierteiligen Gruppe vor Ort. Jede noch so wilde Fahrstrecke meisterte Isaac, wie er tatsächlich hieß, mit Bravour. So konnten wir auch an der letzten Lagune des Tages, der Laguna Negra, eine Extra-Fotopause einlegen. Nach wilden Kletteraktionen standen wir auf einem pilzförmigen Stein, von dem aus wir einen wunderbar weiten Blick auf die Unendlichkeit des Altiplanos hatten. Bevor wir nach weiteren zahlreichen Kilometern an unserer zweiten Unterkunft ankamen, wartete noch ein wunderschönes Stück Weg auf uns: Mitten durch ein Tal mit saftig grünen Wiesen schlängelten wir uns karge Berge hinauf. Wie zu unserer Begrüßung in Bolivien standen darauf unzählige Lamas. Eine ganze Herde kreuzte schließlich unseren Weg, gefolgt von zwei bolivianischen Frauen in traditioneller Kleidung. Das war tatsächlich so ganz und gar nicht mehr Chile, das wir nach über fünf Wochen verlassen hatten, sondern ein neues Abenteuer auf unserer Weltreise.

Jeep-Tour Salar de Uyuni: Tag 3

Nach einer nicht mehr ganz so kalten und nicht mehr ganz so hohen Nacht im Salzhotel klingelte unser Wecker am nächsten Morgen um 4.30 Uhr. Keine halbe Stunde später war unser Gepäck wieder auf dem Jeep festgeschnallt und wir schossen durch die Dunkelheit zum Highlight unserer Jeep-Tour in die Salar de Uyuni: die größte Salzwüste der Welt. Als der Horizont langsam heller wurde, erreichten wir das große, weiße Nichts. Vereinzelt sahen wir die Scheinwerfer der anderen Jeeps in der Ferne. Dann auf einmal – Dunkelheit. Wir schwebten mit ausgeschalteten Scheinwerfern durch die Dämmerung, nur die unendlich weite, weiße Oberfläche war zu erkennen. Irgendwo weit weg von den vielen anderen Jeeps genossen wir schließlich den Sonnenaufgang und konnten gar nicht fassen, dass wir jetzt tatsächlich da waren. Dieses Gefühl, so einsam und klein in dieser gewaltigen Natur, war einfach unbeschreiblich.

Während wir schnaufend über die Isla Incahuasi wanderten, spürten wir endlich die Wärme der starken Höhensonne und konnten nach und nach einen Alpaca-Handschuh nach dem anderen ablegen. Nach einem letzten stärkenden Frühstück fuhren wir dann irgendwo ins weiße Nichts und versuchten die Perspektivlosigkeit der Ebene für die unterschiedlichsten Bilder auszunutzen. Durch die unzähligen verschiedenen Posen waren wir von oben bis unten voller Salz und unsere Bauchmuskeln ganz schwach vom vielen Lachen. Ein bisschen lächerlich fand ich die immer gleichen Perspektivenfotos während meiner Recherchen ja schon. Aber dank Gruppendynamik und der Unfassbarkeit der Situation waren die Bilder ein genialer Teil der Jeep-Tour in die Salar de Uyuni.

Das unspektakuläre Salzmuseum, ein erster bolivianischer Markt und der künstlich geschaffene Zugfriedhof von Uyuni standen noch auf unserem Tourplan, bevor wir uns nach einem letzten Mittag gebührend vom „Diablo“ verabschiedeten: Für unsere Fotoaktion hatten wir unter anderem ein Schnorchelset aus den Tiefen unserer Weltreise-Rucksäcke gekramt. Ziemlich überraschend gestand uns Isaac dabei, dass er sowas noch nie in seinem Leben gesehen hatte und war ziemlich fasziniert von der Funktionsweise der kleinen Luftröhre. Da uns in den südamerikanischen Anden erstmal kein Riff erwarten würde, bedankten wir uns bei unserem bolivianischen Teufelsfahrer für drei spannende Tage mit dem wahrscheinlich unpassendsten Gegenstand, den man mit in eine Wüste nehmen kann.

Jeep-Tour Salar de Uyuni: Tipps und Tricks

Wenn du dich auch für die klassische Jeep-Tour zwischen Uyuni und San Pedro de Atacama interessierst, empfehlen wir dir dringend, dich umfassend zu informieren, mit welcher Agentur andere Reisende und unabhängige Locals die besten Erfahrungen gemacht haben. Wir waren mit Cordillera Traveller sehr zufrieden. Mach dir aber bewusst, dass du abseits von Straßen und Städten durch die Einsamkeit des Altiplano fährst: Luxus wirst du auf dieser Reise ziemlich lange suchen dürfen. Wichtiger als Unterkunft und Essen ist jedoch deine Sicherheit: Der Job der Fahrer ist doch ziemlich eintönig und fordert viele Tage Abwesenheit von Familie und Freunden, daher kommt es nicht selten vor, dass die Fahrer zum Alkohol greifen. Bei den Fahrern unserer Agentur hatten wir diesen Eindruck nicht, du findest von vielen anderen Agenturen jedoch diverse Schreckensberichte im Netz.

Die Fahrer sprechen in den meisten Fällen nur Spanisch und Quechua. Wenn du selbst keiner dieser Sprachen mächtig bist, ist es ein ziemlich großer Vorteil, wenn mindestens einer der sechsköpfigen Gruppe sich mit dem Fahrer verständigen kann. Irgendwie ist es ja für beide Seiten netter, wenn man nicht drei Tage schweigend nebeneinanderher fährt, oder? So haben wir auch die ersten Einblicke in das bolivianische Leben und einige Zusatz-Fotos bekommen.

Die eigentliche Jeep-Tour startet am Grenzübergang zwischen Chile und Bolivien auf 4.400m Höhe. Luftdruck und Sauerstoffgehalt sind dort deutlich geringer als im 2.000m niedrigeren San Pedro de Atacama oder als auf Meereshöhe. Perfekte Voraussetzungen also für die Höhenkrankheit. Auf der gesamten Tour bewegst du dich auf einer Höhe zwischen 3.600m und 5.000m. Gewöhne deinen Körper also rechtzeitig und Schritt für Schritt an die veränderte Umgebung. Unser Roadtrip rund um San Pedro hat sich als perfekte Vorbereitung herausgestellt. Nach mehr als einer Woche auf zum Teil weit über 2.000m hatten sich bereits ein paar zusätzliche Blutkörperchen bei uns gebildet und wir verspürten kein einziges Symptom der unberechenbaren Krankheit. Stelle bei der Auswahl der Agentur unbedingt sicher, dass sich Sauerstoff in den Jeeps befindet. Sollten sich bei dir oder einem Mitreisenden bedrohliche Symptome wie Bewusstlosigkeit zeigen, bestehe unbedingt darauf, zurück nach San Pedro gebracht zu werden.

Wir hatten mit diesen Vorkehrungen eine unvergessliche Zeit und eine geniale Tour. Für uns hat es sich definitiv gelohnt, nicht nach dem Preis der Agenturen, sondern nach ihren Sicherheitsstandards zu schauen. Die dreitägige Tour hat uns pro Person 160,00 Euro gekostet. Für 27,00 Euro mehr hätten wir von der Agentur zurück nach San Pedro de Atacama gebracht werden können.

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