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Komm, wir machen eine Weltreise!

Fliegen

Wenn du uns auf Facebook verfolgst (wenn nicht, kannst du das hier nachholen), dann hast du vielleicht gesehen, dass wir vor ein paar Tagen ein Interview gegeben haben. Dabei haben wir ein klitzekleines Detail erwähnt, das wir dir hier auf dem Blog bisher eher verschwiegen haben: Wir machen eine Weltreise!

Wie jetzt – eine Weltreise? Warum? Wie? Wann? Wenn das gerade dein Gesichtsausdruck ist, dann kommt hier unsere ganz persönliche Geschichte über den Weg zur Weltreise.

Weltreise-Inception

Im Frühjahr 2012 saß ich gerade in meinem letzten Semester eines Studiums, bei dem ich mir stetig uneins war, ob das jetzt genau das Richtige oder überhaupt nicht mein Ding ist. Und was macht man, wenn man in so einer riesigen Lernphase fröhlich am Prokrastinieren ist? Lesen, lesen, lesen (nur leider keine Vorlesungsunterlagen). Und so ist mir damals ein Magazin in die Hände gefallen, das ganz tief in mir drin der Anstupser für etwas viel Größeres war. Eine Weltreise. Das klang für mich immer riesig, exotisch, traumhaft und vor allem: viel zu teuer. Aber dort sah es so aus, als ob das alles gar nicht so weit weg war, wenn ich nur unbedingt wollte.

Aurora Borealis Express

Aber wie das manchmal so ist im Leben, kamen bei mir Abschlussprüfungen, Berufsstart, Umzüge und Jobwechsel dazwischen. Das Magazin verschwand im Umzugskarton, wanderte in den Keller und mein Herz war erstmal voll vor Freude über unser Leben zu Zweit nach langer Zeit der Wochenendpendelei.

Reisen für die Weltreise

Reisen standen natürlich immer noch auf unserem Plan, auch wenn die uns erstmal nicht um die ganze Welt führten. Im September 2014 sind wir dann für zwölf Stunden in den Flieger gestiegen und für drei Wochen über kalifornische Straßen gedüst. Eine grandiose Zeit, in der wir von Naturwunder zu Naturwunder gestolpert sind und an manchen Tagen aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. Dazu noch die interessanten Menschen, die wir unterwegs getroffen haben und die uns Einblicke in völlig andere Lebensentwürfe als unseren ermöglichten.

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Zurück im deutschen Herbst, fühlten wir uns irgendwie noch nicht wieder richtig bereit für unseren Alltag. Und da tauchte sie dann wieder auf, die verschüttete Idee: Was, wenn wir es wirklich tun? Einfach mal alles hinter uns lassen? Reisen, bis wir endlich mal Heimweh verspüren? Die Rucksäcke packen ohne festen Plan?

Von der Weltreise-Idee zum Weltreise-Plan

Das war der Zeitpunkt, als eine fixe Idee zu einem festen Plan wurde. Zwei Dinge galt es zu Beginn zu klären: Wann kommt der richtige Zeitpunkt, um ein Jahr zu verschwinden? Und wie lange brauchen wir, um das Budget für so ein Jahr ohne Einkommen anzusparen? Nach kurzem Überlegen hatten wir unser Auszeitjahr gefunden: 2017. Johann wird im Dezember 2016 (hoffentlich) fertig mit seinem Studium. Ich  werde dann vier Jahre und drei Monate mit beiden Beinen fest im Arbeitsleben gestanden haben. Und von Oktober 2014 bis Dezember 2016 sollten wir auch noch den einen oder anderen Euro beiseite legen können.

Tavira

Seit diesem Tag hat unser Plan ziemlich viel in unserem Leben verändert: das erste Mal hatte ich einen sehr guten Grund, dieses schöne neue Kleid im Geschäft hängen zu lassen, weil ich ja etwas viel Besseres hatte, auf das ich sparen konnte. Es gab keinen Grund mehr, unsere Wohnung zu verändern oder neue Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Die wären sowieso nur Ballast, den wir für ein Jahr unterbringen müssten. Weihnachten und Geburtstage waren Anlässe, um unsere Reiseausrüstung aufzubessern. Alle unsere Käufe in den vergangenen zwei Jahren standen unter der ständigen Abwägung ihrer Nützlichkeit für unsere Weltreise.

Jost van Dyke

Auch wenn es ziemlich schön ist, so ein Geheimnis nur zu Zweit zu teilen, konnten wir doch nicht allzu lange an uns halten. Und das war auch gut so. Deine Freunde und Familie einzuweihen, macht es noch ein klitzekleines bisschen schwerer, bei der ersten Hürde abzubrechen. Am Anfang hat uns zwar niemand so recht ernst genommen. Aber als wir das Thema einfach nicht haben ruhen lassen, kam der ein oder andere leiben Mensch in unserem Umfeld doch zu der Erkenntnis, dass das alles andere als ein Hirngespinst von uns beiden ist.

… und weiter zur Pre-Weltreise-Realität

Trotz aller Sparmaßnahmen ist diese Weltreise auch für uns eine ganze Zeit lang ziemlich surreal gewesen. Bis zum letzten Jahreswechsel, als uns beiden bewusst wurde, in was für ein Jahr wir 2016 starten würden: Das Jahr vor unserer Weltreise. Endlich konnten wir mit der „echten“ Vorbereitung beginnen. Richtige Pläne machen und To-Do-Listen erstellen. Den Jahreswechsel 2016/2017 wollten wir schon nicht mehr im kalten Deutschland verbringen. Und seit dem 31. Dezember 2015 rast die Zeit für uns wie wahnsinnig.

Weltreise Planung

Eine grobe Route überlegen, dafür ein etwaiges Budget festlegen, das erste Ziel auswählen, den ersten Flug buchen, die erste Unterkunft klar machen, die Möglichkeiten auf Arbeit ausloten, Familien- und Freundezeit einplanen, Impfen, Verträge sichten, Checklisten schreiben und vor allem: Ausmisten.

Weltreise-Herzklopfen

Wir haben zwar schon immer versucht, regelmäßig auszusortieren, aber mit so einer Weltreise vor der Nase waren wir dann doch ein bisschen radikaler. Auch am vorletzten Wochenende stand wieder ein Ausräum-Marathon auf unserer To-Do-Liste. Und diesmal wurde es ziemlich schwer für mich: es ging meinen Büchern an den Kragen. Man könnte sagen, dass ich eine winzig kleine Obsession mit gedruckten Worten hatte und einen ehemaligen Regenwald im Keller lagerte. Ganz genau, in unserer Wohnung ist nicht annähernd ausreichend Platz für meine gesammelten Werke. Und wie ich da so die große Bücherkiste nach und nach leerte und mir eingestehen musste, dass ich nicht unbedingt jedes Werk davon maßlos vermisst hatte während der letzten drei Jahre, fiel mir ein Heft in die Hand. Welchen Titel es trug? Weltreise-Special. Und das Herzklopfen, das zwischen all den To-Dos manchmal verloren geht, war wieder da.

Warum das Ganze?

Jetzt weißt du, wie es dazu kam, dass wir am 29. Dezember mit einem One-Way-Ticket in der Hand am Flughafen stehen werden. Aber warum machen wir das denn nun? Wir haben doch alles, was man sich im Leben wünschen kann: Familien, auf die wir zählen können, Freunde mit denen wir die schönsten Stunden der Woche verbringen, einen unbefristeten Arbeitsvertrag, einen fast sicheren Jobeinstieg, ein gutes Einkommen ohne finanzielle Sorgen, eine wunderschöne Wohnung in der schönsten Stadt der Welt, immer wieder Reisen um den halben Globus…

Praia da Ingrina Sonnenuntergang

Das Leben hat uns schon fast ganz fest im Griff. Fehlen nur noch Haus, Hochzeit und Kinder. Aber ein einziges Mal im Leben die Regeln beiseite lassen, ohne eine einzige Verpflichtung sein, nach drei Wochen nicht denken „Ich könnte noch ewig weiterreisen“ und doch am nächsten Morgen im Auto zur Arbeit sitzen. Über all dem Persönlichkeitskram steht aber vor allem eins: Wir wollen die schönsten Orte dieser Erde sehen. Uns Zeit nehmen, diese vielfältige Welt, in der wir leben, ein bisschen besser zu verstehen. Menschen kennenlernen, die uns ein anderes Leben, eine andere Kultur zeigen können und vor allem: Heimweh finden und reisemüde werden. Bevor wir uns ein Leben aufbauen, in dem wir nicht so furchtbar schnell wie jetzt die Zelte abbrechen können, wollen wir so lange reisen, bis wir es mal so richtig satt haben.

Welche Reiseziele dürfen deiner Meinung nach auf keinen Fall auf unserer Weltreise fehlen? Welches Buch willst du dir gerade kaufen? Ziemlich wahrscheinlich, dass es in unserer Verkaufskiste liegt…

10 Comments to "Komm, wir machen eine Weltreise!"

  1. Antworten mariameetsanna 10. August 2016 at 18:30

    Oh wie cool! Ich kann so mit euch fühlen, denn 2016 ist auch bei mir das Jahr vor der Weltreise, nächstes Jahr geht es dann endlich los 🙂

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 11. August 2016 at 9:44

      Das ist ja schön, dann freuen wir uns gemeinsam auf nächstes Jahr! 🙂 Liebe Grüße, Saskia

  2. Antworten Norman Hertwig 11. August 2016 at 21:09

    Das klingt super, ich freue mich schon auf viele Bilder und Berichte von euch 🙂

    Verratet ihr uns schon wo eure Reise beginnen wird?

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 11. August 2016 at 22:04

      Schön, dass du dabei sein wirst! Wir starten ein bisschen ungewöhnlich am anderen Ende der Welt…

      • Antworten Norman Hertwig 11. August 2016 at 22:13

        Und das bedeutet? Neuseeland, Hawaii, Französisch-Polynesien? 😉

        • Saskia&Johann
          Antworten Saskia&Johann 12. August 2016 at 21:24

          Nicht ganz so ausgefallen – Australien!

  3. Antworten Laura 12. August 2016 at 4:03

    Am anderen Ende der Welt startet ihr? Super Idee, welches denn? 😝

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 12. August 2016 at 21:24

      Das australische Ende… 😉

  4. Antworten Miriam 15. August 2016 at 19:04

    Fahrt ihr auch nach Afrika? Namibia, Botswana, Victoria Falls? Plant auf jeden Fall Afrika mit ein! Ich werd das ganze natürlich auch gespannt verfolgen.

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 15. August 2016 at 21:01

      Steht bisher nicht unbedingt auf unserem Plan, aber wir wollen mal schauen, wohin es uns treibt. Danke fürs Dabeisein!

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