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Mietwagen Versicherungen – Für uns der maximale Schutz, bitte!

Wir haben beide seit knapp zehn Jahren den Führerschein und eigene Autos, mit denen wir schon so manche längere Tour unternommen haben. Könnte man die insgesamt vier Autos, die wir zusammengenommen beide in dieser Zeit hatten, fragen, würden sie uns sicher als Halter weiterempfehlen. Saskias Autos fühlten sich bestimmt manchmal wie ein Müllfahrzeug, ihre sanfte Art zu fahren, dürfte aber unterm Strich den Zeiger ins Positive gleiten lassen. Dennoch würde ich uns kein Auto leihen. Mittlerweile gibt es sicher bei den meisten Autogesellschaften der Welt hinter unseren Namen ein rotes Fähnchen. Wir sind Leute, bei denen Versicherungen draufzahlen. Obwohl wir immer die umfassendsten Konditionen buchen…

Um Weihnachten 2013 saßen wir erstmals über den Angeboten verschiedener Versicherungen. Der Plan: ein dreiwöchiger Roadtrip im Westen der USA. Damals noch unter 25 Jahre alt, stiegen die Versicherungskosten unseres Vorhabens schnell in die Höhe. Wir entschieden uns schließlich für das kleinste Auto, das Sunnycars im Angebot hatte, gepaart mit dem umfassendsten Versicherungsschutz. Am Flughafen in Los Angeles erhalten wir schließlich unser erstes Mietauto, einen Chevrolet Sonic. Unsere Roadtripkarriere beginnt. Leider auch unsere Pannenserie.

Mietwagen Versicherungen: Was sind denn Dips?

Es ist der zweite Tag. Wir sind gemütlich von San Diego nach Palm Springs unterwegs und haben uns gut an die teils fünfspurigen Straßen gewöhnt. Jeder kann auf der Seite überholen, auf der er gerade möchte. Am späten Nachmittag lernen wir Lektion 4 der amerikanischen Straßen: Dips. Ein Dip ist der kleine, fiese und seltenere Bruder eines Bumps. Während man bei einem Bump am besten im Schneckentempo über einen meist die Straße ausfüllenden Huckel teils unverhältnismäßiger Größe schleicht, ist der Dip letztlich ein kleiner Graben. Ursprünglich waren diese Regulationselemente wohl vorgesehen den Fahrer anzuhalten langsamer zu fahren. Die Verteilung und Anzahl von Bumbs und Dips dürfte heute wohl am ehesten der amerikanischen Autoindustrie nutzen.

Noch ausgelaugt von den Strapazen des Hinfluges gebe ich alles, um die dunkelgelbe Ampel noch zu schaffen. Dann rumpelt es wie bei einem schweren Luftloch im Flugzeug. Als der Staub sich gelegt hat, fahren wir geradeaus. Damit das so ist, muss ich den Lenker jedoch 45 Grad nach rechts drehen. Mist. Saskia besteht in Palm Springs dann darauf mal einen Mechaniker zu sichten. Dieser rät uns das Auto umzutauschen, das würde sonst wohl länger dauern und Alamo gäbe es ja eh in der Stadt. Am nächsten Morgen wechseln wir völlig komplikationslos unseren weißen Flitzer mit Linksdrall gegen einen neu vom Band gerollten blauen Chevrolet Spark. Wir können höchstens die zweiten oder dritten Mieter des dem Tode geweihten Autos sein.

Mietwagen Versicherungen: Wie gut vertragen sich Milch und Hitze?

An Tag fünf unseres Trips rollen wir im Trumphotel in Las Vegas ein. Ziemlich wahrscheinlich würden wir das unschlagbare Angebot heute ausschlagen, nicht, dass hier falsche Eindrücke entstehen. Nun reißt uns nicht alle Tage ein Bediensteter eines Luxushotels die Autoschlüssel aus den Händen und sagt, er parke das Auto für uns und außerdem sei das so üblich und wir mögen uns doch bitte beeilen und überhaupt. Einen Lidschlag später waren wir mit ein paar der unnötigsten Sachen, die wir im Wagen hatten auf dem Weg in den 53. Stock, wo man uns einquartiert hatte. Benebelt vom Glück und der Höhenluft vergaßen wir, dass im Auto in der brütenden Hitze von Vegas die angefangene Milch im Fußraum der Rückbank langsam zu Sahne wurde.

Am nächsten Morgen mussten wir Trumps halben Hotelstab bemühen, um an die Milch in unserem Auto zu kommen, die für unsere unnatürlich bunten Kellogs vorgesehen war. Ich weiß nicht, ob vor uns jemals jemand dort versucht hat an etwas in seinem Auto zu gelangen, man kauft es wohl eher einfach in der Stadt nach. Die restlichen gut zwei Wochen mussten wir uns dann mit dem beißend sauren Geruch begnügen. Vor allem im 47 Grad heißen Death Valley war es unerträglich. Wir haben es erfolglos mit einer ganzen Sprühdose Rasierschaum und einem Liter Essig (Google meinte, das hilft…) versucht, der Geruch wurde nur immer beißender. Letzten Endes war unser Auto das einzige, welches mit heruntergelassenen Fenstern bei der Rückgabe weggefahren wurde. Berechnet hat uns dafür niemand etwas.

Mietwagen Versicherungen: Omanische Fahrstunden

Gut ein Jahr später im Oman brauchten wir wieder ein Mietauto, um die Schönheit des Landes an allen Ecken und Enden genießen zu können. Das erste Auto, was man uns dort geben wollte, hatte einen mit Sand gefüllten Ölfleck im Kofferraum. Also nächster Versuch, ein intakter 4WD mit allem Drum und Dran. Erste Station? Essen. Auf dem Weg kamen wir pünktlich zum Ende des Freitagsgebetes an einer Moschee vorbei. Plötzlich strömen von allen Seiten hunderte Pakistanis über die Straße. Da wir in Deutschland dazu tendieren keine Menschen zu überfahren, blieb ich stehen. Was folgt war unsere erste omanische Straßenverkehrsregel: der Anstupser. Anstupsen (zu deutsch: Hintendrauffahren) darf man, wenn einem irgendetwas am Fahrstil des Vordermannes missfällt. So hatten wir gute zwei Stunden nach Erhalt des Fahrzeuges auch schon die erste Delle.

Bei Entgegennahme des Autos versicherte uns ein gefühlt 12-Jähriger Servicemitarbeiter, dass wir das Auto eh wieder bei ihm abgeben werden und wir kennen uns ja jetzt und haben das Auto beide gesehen und brauchen daher auch nichts über dessen ursprünglichen Zustand festhalten. Ja, das hätte uns vielleicht zu Gute kommen können, wäre da nicht unser eigentliches Highlight gewesen: die Rückgabe des Fahrzeuges. Wenn man das so nennen darf.

Am letzten Abend saßen wir noch mit unserem omanischen Freund Hamed in einem Restaurant und sind entgegen unserer Art etwas spät losgekommen. Da traf es sich, dass gefühlt jede erdenkliche Straße zum Flughafen gesperrt war und wir uns dazu auch noch verfuhren. Kurz gesagt, fehlte uns für eine reibungslose Rückgabe des Autos die Zeit. Saskia wanderte einfach an der Rückgabeschlange vorbei und wechselte wilde Worte mit einer Servicekraft. Geht alles klar, war dann mein letzter Stand und wir rannten Richtung Sicherheitsbereich. Als wir beim Boarding die Tickets rausholten, stellte ich fest, dass wir den Schlüssel des Autos immer noch hatten. Also überredeten wir einen Flughafenmitarbeiter, den Schlüssel für uns am Servicedesk abzugeben. Keine Ahnung, ob das jemals passiert ist. Man hat uns im Nachhinein ohne Angabe eines Grundes 25 Omanische Rial belastet. Vielleicht aber auch, weil wir das Auto irgendwo auf dem Flughafengelände abgestellt hatten.

Mietwagen Versicherungen: Unterwegs ohne Seitenspiegel

Aktuell befinden wir uns auf einem Roadtrip durch den schönen Westen Australiens. Auch hier müssen wir erstmal zugeben, dass wir in den ersten zwei Wochen knapp die Hälfte des Kücheninventars des Vans auf Campingplätzen verloren haben. Das ist die eine Seite. Was aber kommt nach fast zwei Tagen auf den Beinen, noch vom Jetlag geplagt am besten, wenn man das erste Mal so richtig im Linksverkehr durch eine größere Stadt fahren soll und auch irgendwie auf der völlig falschen Seite des Fahrzeuges sitzt? Richtig, ein quasi nicht verwendbarer Seitenspiegel, weil der völlig unbeweglich ist.

Nachdem wir Perth zunächst blind durchqueren konnten, dachten wir, dass es so verkehrsuntauglich ja nicht den ganzen Trip weitergehen kann. Also haben wir uns auf dem ersten Campingplatz im schönen Yanchep Nationalpark erstmal einen Schraubenzieher geliehen, um die Verklemmung des rechten Seitenspiegels etwas zu lösen. Dabei sind natürlich verschiedene Dinge abgebrochen, sodass man den Spiegel nun gar nicht mehr fest bekam. Letztlich ist der Spiegel knapp 3.500 Kilometer mal mehr, mal weniger geflattert und wir haben an jeder dritten Tankstelle nach einem Schraubenzieher fragen müssen, um die Lage für ein paar Minuten mal wieder ein Stück weit zu bessern. Dass man den Seitenspiegel auf einer zu 98 Prozent geradeaus verlaufenden Strecke ohne jeglichen Verkehr nicht benötigt, braucht hier wohl nicht erwähnt zu werden.

Mietwagen Versicherungen: Helfen auch bei Einruchschäden

Genau auf der Hälfte unseres Trips kamen wir nach einem wunderschönen Tag in Fremantle zurück zu unserem Van und mussten betroffen feststellen, dass fast alle Schlösser zerstört waren und auch versucht wurde, durch das Fenster der Schiebetür ins Auto zu gelangen. Warum auch immer fehlte im Van nichts. Möglicherweise hatten wir das unfassbare Glück, die Diebe genau in dem Moment zu stören, als sie ins Auto eindringen konnten. Das Öffnen der Beifahrertür war in diesem Zustand jeder Person ohne Probleme möglich. Der Van ist mittlerweile getauscht. Wir haben jetzt das selbe Modell, mit dem TravellersAutobarn seit gefühlten Jahrezehnten auf allen Flyers und Anzeigen wirbt. So gesehen hat man uns jetzt das uralte Flagschiff vermacht. Wir halten das mit unserer Vorgeschichte allerdings für die beste Lösung. Wir sind uns außerdem sicher, dass dieser Mitsubishi Express der erste war, der jemals vom Band gelaufen ist. Die zehn Erdumrundungen, die er mittlerweile auf dem Tacho hat, bestätigen diese Annahme. Wir sind natürlich vollends überzeugt, dass dieser Artikel viel zu früh erscheint, da wir mit dem „Neuen“ noch zwei Wochen haben und dann ja auch in Neuseeland wieder für einige Zeit auf einen Mietwagen setzen werden.

Es mögen im Nachhinein lustige Geschichten sein, in dem Moment war uns allerdings selten zum Lachen zumute. Wir sind gegen Überversicherungen. Gerade beim Thema Mietauto sollte man (wir) aber nicht an den falschen Ecken sparen. Das kann sehr schnell sehr teuer werden. Klar sind wir auch schon mit einem gemieteten VW T2 zehn Tage komplikationslos durch Portugal gecruist, vielleicht gelten bei so wunderbaren Gefährten aber auch andere Regeln des Universums.

Unsere Tipps für deinen nächsten Mietwagen

  • Schau dir den Wagen bei der Übergabe ganz genau an und bestehe unbedingt darauf, auch wirklich jede Macke zu notieren. Auch wenn dir das vielleicht den ein oder anderen schrägen Blick beschert, kann es dir doch den ein oder anderen Euro ersparen.
  • Informiere dich genau, welchen Betrag die lokale Haftpflichtversicherung abdeckt. In den USA beispielsweise ist der Betrag so lächerlich gering im Verhältnis zu den Schadensersatzzahlungen, die die Gerichte gerne mal anweisen, dass dein ganzes Leben nicht ausreichen wird, um den Differenzbetrag im Ernstfall abzudecken.
  • Lies dir die Versicherungsbedingungen am besten schon vor der Übergabe des Mietwagens in Ruhe durch. Mach dir unbedingt klar, in welchen Situationen du nicht versichert bist. Oft sind bestimmte Straße, Grenzübertritte o.ä. in den Bedingungen ausgeschlossen. Das heißt, wenn dir dort etwas mit dem Wagen passiert, bleibst du auf allen Kosten sitzen.
  • Wir persönlich haben bisher die besten Erfahrungen mit SUNNYCARS gemacht. Die Versicherungsbedingungen passen für uns. Und dafür zahlen wir dann auch gern mal einen Euro mehr als bei lokalen Anbietern. Wenn du allerdings mehr Glück auf der Straße hast, als wir, dann kommen natürlich auch günstigere Angebote in Frage. Das ist übrigens keine Werbung, sondern tatsächlich unsere Überzeugung.

Welche Erfahrung hast du bisher mit Mietwagen gemacht? Bist du auch so ein Glückspilz wie wir oder ist eine Versicherung bei dir verschwendetes Geld?

2 Comments to "Mietwagen Versicherungen – Für uns der maximale Schutz, bitte!"

  1. Antworten Lu Morgenstern 26. Januar 2017 at 11:48

    Danke für den schönen Artikel. Ich habe sehr gelacht! LG Lu

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 27. Januar 2017 at 3:20

      Das freut uns, im Nachhinein sind das die besten Geschichten! Viele Grüße, Saskia

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