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Auf dem PCH von San Francisco nach Los Angeles in 10 Stopps

Point Montara

Eine der schönsten Straßen der Welt führt durch den Sunshine-State Kalifornien (und noch weiter): Der Highway 1, auch bekannt als Pacific Coast Highway oder California State Route 1. Wir sind im September 2014 den wahrscheinlich am meisten frequentierten Abschnitt gefahren: Von San Francisco immer Richtung Süden bis nach Los Angeles. Die Strecke lockt hinter jeder Kurve mit traumhaften Aussichten. Das hier sind die zehn schönsten Stopps für uns gewesen:

1 Point Montara

Wenn du dich aus dem Verkehrschaos in San Francisco gekämpft und die Millionenstadt hinter dir gelassen hast, wirst du wahrscheinlich zuerst überrascht und dann erleichtert sein, nicht mehr auf einem achtspurigen Highway festzustecken. Auf dem Highway 1 geht es meist nur zweispurig vorwärts. Entsprechend langsamer bist du unterwegs. Das bringt dir allerdings die Zeit, die wunderschöne Landschaft, die an dir vorüber zieht, zu genießen. Den ersten Stopp in Richtung Süden solltest du spätestens am Point Montana einlegen. Lass das kleine Hostel links liegen und geh am Leuchtturm vorbei, bis du freien Blick auf den Pazifik hast. Als wir dort waren, war das Meer rau, der Wind blies uns um die Ohren und beim Blick auf den Ozean war ziemlich klar, weshalb der Leuchtturm einmal notwendig war bzw. ist. Womit wir allerdings beim Blick hinaus aufs Meer nicht gerechnet hatten: Wale. Eine Whale-Watching-Tour hatten wir jahreszeitenbedingt nicht gebucht und dadurch auch überhaupt nicht mit den freundlichen Riesen gerechnet. Ein Anblick, den ich wahrscheinlich niemals vergessen werde: Wie sich die tonnenschweren Tiere aus den Wassermassen erheben und dabei so elegant aussehen. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich nie zuvor Wale gesehen hatte. So oder so, vielleicht hast du ja auch Glück. Am Point Montara hast du definitiv den nötigen Weitblick.

Santa Cruz

2 Santa Cruz

Unseren nächsten Übernachtungsstopp haben wir in der lässigsten Stadt auf unserem ganzen Trip eingelegt. In Santa Cruz kannst du einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben, die entspanntesten (und wahrscheinlich liberalsten) Amerikaner in den ganzen USA treffen und dein Geld in den durchgeknalltesten Hippie-Läden lassen. Die Universitätsstadt hielt für uns gar nicht mal eine bestimmte großartige Sehenswürdigkeit parat. Aber das alternative Flair nimmt dich ein, sobald du über die Stadtgrenze fährst. Schnapp dir also einen Biokaffee, setz dich an den Strand und beobachte die Surfer beim Ride in den Sonnenuntergang – dann weißt du, von was ich rede. Solange du in der Region um Santa Cruz unterwegs bist, findest du den passenden Soundtrack übrigens bei KPIG 107.5FM, also unbedingt von deiner Spotify-Playlist mal auf Radio umschalten, hier lohnt es sich definitiv.

Big Basin Redwood State Park

3 Big Basin Redwoods State Park

Wenn dir der Redwood National Park zu weit nördlich für deinen Kalifornien-Trip ist und du nach dem vielen Sand und Meer auch mal wieder ein bisschen grün vertragen kannst, solltest du einen kleinen Umweg von Santa Cruz einlegen. Im Big Basin Redwoods State Park kannst du auf sehr, sehr kurzen Wanderwegen gigantische Redwoodbäume bestaunen. Die erreichen zwar nicht ganz die Höhe ihrer nördlichen Geschwister, sind aber nichtsdestotrotz ziemlich beeindruckend, wenn du den Kopf in den Nacken legst und versuchst, ihre Krone zu erkennen. Der Wald hat eine wunderschöne Atmosphäre und wenn du ganz allein auf einem der vielen Wege unterwegs bist, weißt du ganz genau, was mit der Bezeichnung „Märchenwald“ gemeint ist.

Point Rocky Restaurant

4 Rocky Point Restaurant

Warst du schon mal in einem richtig teuren Restaurant, dass du dir eigentlich gar nicht leisten kannst? Nachdem du tagelang mehr oder weniger aus deinem Mietwagen gelebt hast? Nein? Dann solltest du das in diesem Restaurant definitiv ausprobieren. Die unglaubliche Aussicht von der Terrasse der Bar macht jeden fragwürdigen Kellner-Blick wett. Wir haben einen Filterkaffee getrunken, die Aussicht genossen, uns über die steifen Gäste amüsiert und über die Cocktail-Preise gestaunt. Wenn du auf dem Highway 1 unterwegs bist (und über einen Funken Selbstbewusstsein verfügst), solltest du unbedingt im Rocky Point Restaurant Halt machen. Solch einen unverstellten und weiten Blick über den Pazifik haben wir an kaum einem anderen Ort gefunden.

Bixby Bridge

5 Bixby Bridge

Tausende Male fotografiert, auf hunderten Blog gesehen und immer wieder Werbebild für einen der schönsten Küstenstreifen der Welt: die Bixby Bridge. Der Pacific Coast Highway führt, ganz besonders in Big Sur, über unzählige schwindelerregend hohe Brücken. Aber irgendwas hat dieses Art-Déco Denkmal an sich, dass du gar nicht anders kannst, als auch DAS perfekte Foto schießen zu wollen. Wenn du von San Francisco kommend die Parkbucht vor der Brücke für einen Stop wählst, hast du dafür auch gar keine schlechten Chancen. Und wie fast überall gilt hier natürlich auch: Im Sonnenuntergang noch unzählige Male schöner.

Julia Pfeiffer burns State Park

6 Julia Pfeiffer Burns State Park

Noch so ein Fotospot, bei dem man sich erstmal die Augen reiben muss, wenn man selbst davor steht. Im Park findest du DIE Big Sur Aussicht schlechthin: die McWay Falls, tatsächlich der einzige Küstenwasserfall in ganz Kalifornien. Wenn du Glück hast und am frühen Morgen über den Panoramaweg schlenderst, gehört die Aussicht nur dir allein. Und lies unbedingt die kurze Geschichte über die Entstehung des Parks, ich fand sie sehr berührend.

Point Piedras Blancas

7 Point Piedras Blancas

Nachdem du einige adrenalingeladene Kilometer auf schmalen Straßen hinter dich gebracht und vielleicht sogar – wie wir – durch die Wolken gefahren bist, wirst du überrascht sein, wie gerade so eine Straße doch verlaufen kann. Pass aber auf, dass du in deiner Euphorie darüber nicht den kleinen Abzweig zum grandiosen Seeelefantenspektakel verpasst. Auf dem kleinen Strandabschnitt sonnt sich eine riesige Kolonne der sanften Tiere. Ich kann nicht mal genau sagen, was es war, aber ich war ziemlich gefesselt von den Elefanten, deren einzige Aktivität eigentlich darin bestand, sich mit Sand zu bewerfen und ganz, ganz selten mal zwischen Strand und Meer zu wechseln. Hier kannst du übrigens einen kleinen Vorgeschmack erhaschen.

Santa Barbara Wine Country

8 Santa Barbara Wine Country

Nach dem letzten Stopp erwarten dich einige Kilometer über Land, bei denen du acht geben musst, tatsächlich auf dem Highway 1 und nicht dem Freeway 101 zu bleiben. Wenn du das geschafft hast, musst du noch einmal einen kleinen Umweg auf dich nehmen und dann bist du auch in einem kleinen, bisher nicht ganz so bekannten Weinanbaugebiet angelangt. Wir sind zwar keine Weinexperten, aber einen guten Tropfen lassen wir uns auch schmecken. Da Alkohol und Autofahren sich nicht so gut vertragen, haben wir uns für eine Tour über vier sehr kleine und größere Weingüter entschieden. Die enthielt nicht nur ziemlich guten Wein, sondern auch sehr spannende Geschichten und unvergessliche Menschen. Und wir waren auf dem Grundstück vom Pferdeflüsterer. Santa Barbara ist nicht das Napa Valley, aber wenn du abseits der ausgetretenen Wege wandern willst, definitiv einen besuch wert.

Santa Barbara

9 Santa Barbara

Wenn du am nächsten Morgen zurück über die Berge in Richtung Meer fährst, wirst du den ersten Blick auf Santa Barbara werfen und bestimmt ein bisschen verzückt sein von so viel schönem Meer, Bergen, Strand und kleinen Häusern. Mehr als ein paar Stunden muss man zwar nicht in Santa Barbara verbinden, es war für uns aber der perfekte Ort für ein paar entspannte Strandmomente. Die Bohrinseln, die man überall im Pazifik sieht, solltest du dabei am besten ganz gekonnt ignorieren. Wenn du nach langem Warten endlich einen Platz in der Santa Barbara Shellfish Company ergattert hast, wirst du eh alles um dich herum vergessen haben. Der Fisch kommt ganz frisch aus dem Meer direkt auf deinen Teller (na gut, mit kurzem Umweg über die Küche). Und was dann in deinem Mund passiert, ist ziemlich unvergesslich. Für diese einfachen und einfach grandiosen Gerichte ist man doch manchmal auf Reisen, oder?

Malibu

10 Malibu

Woran denkst du, wenn du Malibu hörst? Promis? Hollywood? Two and a half Man? Alles irgendwie gar nicht so falsch. Wenn du aber an dem unendlich langen Strand hältst und den Surfern zuschaust, ist das alles irgendwie von untergeordneter Bedeutung. In Malibu wurde das Wort Strand mit ziemlicher Sicherheit definiert. Viel mehr als im Sand liegen und in den badewannenwarmen Pazifik steigen, kannst du dort auch eigentlich gar nicht machen. Aber manchmal ist das ja auch schon mehr als genug. Und nirgendwo in Los Angeles wirst du das besser können als hier. In Malibu kannst du das letzte Mal Ruhe tanken, bevor dir die Stadt der Engel mit ihrem Verkehrschaos, ihrer verpesteten Luft und den überzogenen Hotelpreisen den Schweiß auf die Stirn treibt.

Tipps und Hinweise

Manchmal ist es nicht ganz so leicht, immer auf dem Highway 1 zu bleiben, oft überschneidet er sich mit anderen high- oder Freeways und zweigt dann ganz unscheinbar wieder ab. Check also lieber ab und zu mal, ob du immer noch in Richtung Meer unterwegs bist.

Wenn es in deine Routenplanung passt, versuch auf jeden Fall den Pacific Coast Highway in Richtung Süden zu fahren. Dann hast du das Meer immer auf deiner Straßenseite und kannst viel einfacher eine der Parkbuchten ansteuern um noch schnell die unglaubliche Szenerie einzufangen.

Seeelefanten

Besorg die Big Sur nicht unbedingt auf den letzten Drücker. Wir sind im Dunkeln an den Steilküsten entlang gefahren auf der Suche nach einer Unterkunft. Das kann auch mal nicht so schön enden. Die Campgrounds in den National und State Parks sind fast immer eine Übernachtung wert.

Nimm dir auch nicht zu viel auf einmal vor. Auf der Karte sieht es gar nicht so viel aus, aber von San Francisco nach Los Angeles sind es auf der kürzesten Strecke rund 600km. Der Highway 1 ist aber weder die kürzeste noch die einfachste Strecke. Genieß also lieber einen Moment länger den Ausblick, als die Kurve im Freizeitstress einmal zu beherzt zu nehmen.

Die CA1 war einer meiner liebsten Abschnitte auf unserer USA-Reise in 2014. Warst du auch schon dort unterwegs? Welches war dein Highlight?

2 Comments to "Auf dem PCH von San Francisco nach Los Angeles in 10 Stopps"

  1. Antworten ItineraMagica 31. Mai 2016 at 14:58

    Wunderbarer Artikel, wie schön und inspirierend!

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 31. Mai 2016 at 15:29

      Vielen Dank!

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