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Weltreise-Planung: Versicherungen

Wir machen eine Weltreise. Und falls du auch deinen Traum wahr machen willst, zeigen wir dir in unserer kleinen Planungs-Serie, was es alles zu beachten gibt. Heute fassen wir ein ganz schön trockenes, aber auch ganz schön wichtiges Thema an: Versicherungen.

Du hast Geld zurück gelegt, dir einen Zeitraum für eine längere Reise frei geschaufelt, ein Budget geplant und vielleicht schon den ersten Flug gebucht. Irgendwann wird dir das Internet oder dein liebstes Reisebüro ganz bestimmt erzählen, in welch großer Gefahr du auf solch einer Reise schwebst, wenn du nicht mindestens zehn verschiedene Versicherungen abgeschlossen hast. Gepäckversicherung, Reiserücktrittsversicherung, Unfallversicherung, Auslandskrankenversicherung, Reiseversicherung… Irgendwann schwirrt dir bestimmt nur noch der Kopf.

Eins noch vorweg: So eine Risikoneigung ist ja auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher zeigen wir die hier, was für uns Sinn macht und was nicht. In deinem ganz persönlichen Einzelfall kann das natürlich schon wieder ein ganzes Stück anders sein. Daher: Lass deinen Kopf bitte unbedingt an.

Haftpflichtversicherung

Ob auf Reisen oder daheim: eine Haftpflichtversicherung sollte bei dir definitiv ganz oben stehen, was die Wichtigkeit anbelangt. Die meisten Versicherungen kosten nicht mehr als ein paar Euro im Monat und schützen dich wenn es blöd läuft vor ziemlich vielen Millionen Euro Miese. Daher hast du bestimmt auch schon vor deiner Reise eine Haftpflichtversicherung. Schau doch einfach in die Versicherungsbedingungen, ob du auch weltweit versichert bist. Im Zweifelsfall hilft ein kurzer Anruf schnell und einfach weiter. Und schon stehst du nicht mehr vor der Pleite, wenn du die nächste Massenkarambolage auslöst. Was du allerdings definitiv trotzdem versuchen solltest du vermeiden.

Auslandskrankenversicherung

Deine gesetzliche oder private Krankenversicherung hier in Deutschland schützt dich sehr sicher vor exorbitanten Kosten im Krankheitsfall. Allerdings auch tatsächlich nur hier: in Deutschland. Auch wenn du privat krankenversichert bist oder eine Zusatzversicherung für deinen üblichen Jahresurlaub im Ausland hast, fehlt dir ein Schutz für einen längeren Auslandsaufenthalt.

Für deine Weltreise benötigst du also eine spezielle Auslandskrankenversicherung, die dich über einen längeren Zeitraum wie beispielsweise ein Jahr absichert. Dabei handelt es sich um eine private Versicherung, die möglichst alle Kosten im Krankheitsfall abdecken sollte. Daneben kommt die Versicherung dafür auf, dass du, falls du schlimmer erkrankt sein solltest, zurück nach Deutschland gebracht wirst. Achte bei der Auswahl deiner Versicherung bitte unbedingt darauf, dass in den Versicherungsbedingungen ein „medizinisch sinnvoller“ und nicht nur ein „medizinisch notwendiger“ Rücktransport vereinbart ist.

Ein weiterer entscheidender Punkt bei der Auswahl deiner Auslandskrankenversicherung ist deine Reiseroute. Du musst natürlich nicht konkret angeben, wann du wo unterwegs sein wirst. Aber einer der wichtigsten (und teuersten) Unterscheidungspunkte bei der Wahl deiner Versicherung ist ein Aufenthalt in den USA oder Kanada. Die Kosten für medizinische Behandlungen sind in diesen Ländern derart hoch, dass deine Versicherung schnell das doppelte kosten kann. Also überlege dir gut, ob du Nordamerika tatsächlich über einen längeren Zeitraum auf deiner Weltreise besuchen möchtest. Wenn du dich dafür entschieden hast, ist eine ordentlich Versicherung wichtiger denn je, sonst verschuldest du dich mit einem Tag im Krankenhaus schnell für dein ganzes Leben.

Wir persönlich haben uns für die Auslandskrankenversicherung von STAtravel in Kooperation mit der Allianz entschieden. Neben dem medizinisch sinnvollen Rücktransport nach Deutschland deckt die Versicherung auch einen bis zu sechswöchigen Heimataufenthalt ab. Wir planen keinen längeren Aufenthalt in den Staaten und haben daher die deutlich günstigere Variante ohne USA und Kanada gewählt. Da die Versicherung jedoch einen Aufenthalt von bis zu zwei Wochen in diesen teuren Ländern mit abdeckt, können wir immer noch einen etwas längeren Stop-Over einlegen.

Inwiefern diese Versicherung tatsächlich empfehlenswert ist, können wir dir jetzt, vor Antritt unserer Reise natürlich nicht sagen. Daher: informier dich unbedingt selbst und ausführlich, welche Krankenversicherung zu dir passt.

Krankenversicherung in Deutschland

Eine Versicherung, die dir auf deiner Reise weiterhilft, ist ja gut und schön, aber wie ist das denn nun mit der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht in Deutschland? Definitiv kein einfaches Thema, bei dem uns auch der ein oder andere Sachbearbeiter bei unserer Krankenkasse nicht weiterhelfen konnte.

Du hast die passenden Rechtsgeundlagen grad nicht parat? Da helfen wir doch gern mit einem kurzen Exkurs aus:

Gemäß § 5 SGB V muss sich grundsätzlich jeder Mensch, der seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, krankenversichern. In § 6 SGB V sind dann noch einige Ausnahmen von der Versicherungspflicht geregelt, die auf eine längere Reise jedoch nicht unbedingt zutreffen (müssen). Das heißt, solange du in Deutschland gemeldet bist, musst du, auch wenn du freiwillig kein Einkommen erzielst, Beiträge in eine Krankenkasse einzahlen. Auch wenn du nur den niedrigsten Beitrag zahlen musst, kann das ganz schön an deinem Budget kratzen. So wirst du locker 2.000,00 EUR für ein Jahr Krankenversicherung los.

Also schauen wir uns das lieber noch einmal genau an: Du bist für einen längeren Zeitraum, also z.B. für ein Jahr auf Reisen und damit nicht in Deutschland. Kann man dann wirklich noch davon sprechen, dass du deinen Lebensmittelpunkt in der BRD hast? Eher nicht. Genau so haben das auch die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2009 beschlossen. Das heißt: Wenn du nachweisen kannst, dass du dich im Ausland aufhältst und dort auch versichert bist, musst du kein Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung sein.

Wir sind beide bei der AOK in Sachsen versichert. Dort hat es ausgereicht, dass wir unser One-Way-Ticket nach Australien und die Police unserer Auslandskrankenversicherung eingereicht haben. Schon ein paar Wochen später hatten wir die Bestätigung im Maileingang, dass wir aus der gesetzlichen Versicherungspflicht entlassen sind.

Aber was ist, wenn ich, womöglich auch noch im Krankheitsfall, nach Deutschland zurück komme? Sobald du deinen Lebensmittelpunkt zurück nach Deutschland verlagerst, bist du auch wieder verpflichtet, dich hier in Deutschland zu versichern. Gleichzeitig ist auch die Versicherung, die dich vorher entlassen hat, verpflichtet, sich wieder aufzunehmen. Üblicherweise sollte ein schriftlicher Antrag schnellstmöglich nach deiner Rückkehr ausreichend sein, um dich auch rückwirkend zu deinem Einreisedatum zu versichern.

Für den schlimmsten Fall, haben wir ausgefüllte und vor allem unterschriebene Anträge in unserem Heimatordner hinterlegt. So brauchen unsere Bevollmächtigten den Antrag nur noch vervollständigen und einreichen, falls wir dazu nicht in der Lage sein sollten.

Mit all diesen Vorkehrungen dürfte für uns ein lückenloser Krankenversicherungsschutz bestehen. Auch hier können wir dir natürlich erst nach unserer Rückkehr einen vollständigen Erfahrungsbericht liefern.

Und was ist mit den übrigen Versicherungen?

Ganz ehrlich? Brauchst du tendenziell eher nicht. Eine Reiserückrittsversicherung macht vielleicht Sinn, wenn du mit einem festen RTW-Ticket losziehst und den großen Batzen Geld mit einem Mal abdrücken musstest. Wir buchen unsere Tickets jedoch Stück für Stück, sodass eine einzige Reiserücktrittsversicherung uns nur vor dem ersten Flug geschützt hätte. Und wenn wir einmal unterwegs sind, müssen wir im Zweifelsfall sowieso zurück.

Natürlich ist die Entscheidung gegen eine Reiserücktrittsversicherung auch unserer persönlichen Risikoneigung geschuldet. Wir bleiben von dem vielen Geld für eine umfangreiche (und damit einzig sinnvolle) Reiserücktrittsversicherung lieber ein bisschen länger auf Reisen.

Zu guter letzt gibt es auch noch die Gepäckversicherung: Ob bei Buchung im Reisebüro oder im World Wide Web – ständig wird man darauf hingewiesen, sein Gepäck zu versichern. Wir haben keine solche Versicherung und haben uns bei dieser Entscheidung vor allem auf diesen Artikel bezogen. Wir reisen fast ausschließlich mit hochwertigen, aber eindeutig nicht mehr neuen Geräten. Da nützt es uns ziemlich wenig, wenn wir den Restwert der Technik ersetzt bekommen. Der beläuft sich im Zweifelsfall irgendwo in Richtung Null. Daher passen wir lieber eine Ecke besser auf unsere Sachen auf und müssen im Notfall in den sauren Apfel beißen und uns neu ausstatten.

Es gibt noch so viele mehr Versicherungen, die dir eine sichere Reise und ein ruhiges Leben bescheren sollen. Überdenk vor Abschluss auf jeden Fall zweimal, ob sich das für dich ganz persönlich lohnt. Ich schau dafür sehr gern auf finanztip.de vorbei. Für alle weiteren Versicherungen, die du mit auf Weltreise nehmen willst, solltest du dich auch dort informieren.

Rechtlicher Disclaimer

Auch wenn wir alle Angaben besten Wissens, Gewissens und fachlichem Kenntnisstand zusammengetragen haben, können wir damit keine rechtsverbindlichen Aussagen treffen.

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