travellus

Der Sound des Reisens

Fliegen

Musik und Reisen sind bei uns untrennbar verbunden. Ob eine Spotify-Playlist, die nur eine andere Umgebung brauchte, um sich in unser Hirn einzubrennen. Oder die Radiomusik, die allein wegen der fremden Wörter und der ungewohnten Takte das Reisegefühl aufkommen lässt. Inspiriert von der Blogparade von Marc stellen wir euch heute drei besondere Songs zu unseren Reiseerinnerungen vor.

Tiny Dancer – Elton John

 

 

Erinnert ihr euch noch an den Sommer, in dem ihr die Schule beendet habt? Dieses Gefühl, dass alles möglich ist und ein ganzes Leben vor einem liegt, habe ich nie wieder so deutlich gespürt, wie in den Wochen nachdem wir unser Zeugnis in die Hand gedrückt bekamen. Dazu kam dann auch noch unsere allererste Reise nur zu zweit. Zwei Tage nach dem Abiball sind wir in einen alten Ryanair-Flieger nach London gestiegen. Um die Kurve zur Musik zu bekommen: Ich war bis dahin noch nie geflogen (bzw. kann mich an einen einzigen Flug mit zwei Jahren nicht mehr erinnern) und mehr als aufgeregt. Als dann die Maschinen hochgefahren wurden und die Landschaft immer schneller vorbeizog, die Flugzeugschnauze sich gen Himmel reckte und die Räder vom Boden abhoben – genau in diesem Moment hat mir jemand ganz Besonderes Kopfhörer mit Tiny Dancer von Elton John aufgesetzt. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt müssen wir uns mit dem Reisefieber infiziert haben. Noch heute ist da dieses Gefühl von Vorfreude, Freiheit, Spannung und ganz viel Liebe, das ich habe, wenn der Song läuft.

Born to Run – Bruce Springsteen

Pacific Coast Highway

 

Nach vielen Reisejahren auf Kurz- und Mittelstrecken haben wir uns 2014 das erste Mal gemeinsam auf die Langstrecke begeben. Unsere Route durch Kalifornien, Arizona und Nevada könnt ihr hier nachlesen. Die vielen Stunden im Auto wären allein durch die Natur entlang der Strecke nicht langweilig geworden. Aber unsere Spotify-Playlists sollten ja nicht völlig ungenutzt wieder mit uns zurückfliegen. Und welcher Musiker passt wohl besser zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten als Bruce Springsteen? Dachten wir uns auch und legten immer und immer wieder die 100 Classics-Playlist auf. Ein Song davon konnte aber gar nicht oft genug in Dauerschleife laufen. Bei Born to Run spür ich heute noch den warmen Pazifik-Wind durchs Autofenster strömen. Das Lied spielt tausend Bilder vor meinem inneren Auge ab von einer der schönsten Reisen, die wir gemeinsam erlebt haben. Die Fahrt über den Pacific Coast Highway, der Blick in den Grand Canyon und die Fahrt zum Glacier Point. In allen Momenten lief das Lied, dass ich schon als Kind mit meinem Vater im Auto hören „musste“.

Stunner – Milky Chance

Istanbul

Mit diesem Song verbinde ich keine einzelne Reise, sonder vielmehr das Reisen an sich. Seit ungefähr fünf Jahren ist jeder Flug eine winzig kleine oder riesengroße Qual für mich. Auch wenn ich weiß, dass der Absturz wohl eher nicht naht, ist da immer ein komisches Gefühl, schwitzige Hände und Unruhe. Was mich immer ganz besonders verrückt gemacht hat: die Geräusche. Da ist immer irgendein Knacken oder Rauschen, dass ich bei keinem Flug vorher jemals gehört habe. Nachdem Johann seine Flugangst ziemlich gut in den Griff bekommen hatte, wollte ich nicht mehr jeden seiner Tipps achtlos abwehren. Also hab ich mir beim nächsten Flug die Kopfhörer übergezogen und Milky Chance angeschmissen. Und siehe da, auf einmal hab ich gar nicht mehr so viel von den merkwürdigen Geräuschen mitbekommen. Irgendwie hat der Song außerdem einen sehr beruhigenden Einfluss auf meinen Puls, sodass er seitdem auf jedem einzelnen meiner Flüge lief. Mittlerweile erinnert er mich nicht mehr nur an die Aufregung beim Fliegen sondern vor allem an die Aufregung einer neuen Reise, den Start ins Unbekannte und riesige Vorfreude.

Die anderen teilnehmenden Blogs

my everydaylife

wandernd.

Uruguay Reisen

reisen-fotografie.de

Grenzwanderer

Work & Travel und Backpacking

La Belle Vue

Travelography

Geschrieben von Saskia.

4 Comments to "Der Sound des Reisens"

  1. Antworten Maribel Skywalker 25. November 2015 at 22:01

    Sehr schön! Musik ist für mich nicht nur generell im alltäglichen Leben wichtig, sondern auch auf Reisen. Das gibt allem immer noch einen besonderen Touch. Bruce Springsteen ist halt auch einfach großartig!! 🙂

    • Saskia&Johann
      Antworten Saskia&Johann 26. November 2015 at 5:48

      Oh ja, auf Reisen kann dadurch nochmal eine komplett andere Stimmung entstehen. Da gilt wirklich: ein Leben ohne Musik ist möglich, aber sinnlos.

Trackbacks for this post

  1. Musikalische Reiseerinnerungen: Zusammenfassung meiner Blogparade - Reisezoom.com
  2. Blogparade: Musikalische Erinnerungen - der Sound des Reisens - Reisezoom.com

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: